Neurodermitis allgemein

LERNEINHEIT 3: WIE ENTSTEHT DER JUCK-KRATZ-KREISLAUF?

Betroffene im akuten Schub sind häufig in einem Teufelskreis aus Jucken und Kratzen gefangen, der für schlaflose Nächte und belastende Tage sorgen kann. Erfahren Sie in dieser Lerneinheit mehr zur Entstehung dieses Kreislaufs und zu den Möglichkeiten, wie Sie den Kreislauf unterbrechen.

5 min Lesezeit

Kratzen kann den Juckreiz verschlimmern

Wenn Sie mit Neurodermitis (auch atopische Dermatitis genannt) leben, wissen Sie, wie stark der Juckreiz sein kann. Die Symptome der Neurodermitis verschlimmern sich jedoch durch Kratzen weiter, was wiederum dazu führt, dass der Juckreiz weiter zunimmt und Sie noch mehr kratzen. Je mehr Sie kratzen, umso röter und entzündeter wird Ihre Haut, und umso stärker wird der Drang zu kratzen. Und so weiter und so fort. Dies ist der sogenannte Juck-Kratz- Kreislauf, der viele Menschen mit Neurodermitis zur Verzweiflung treibt.

Der starke Juckreiz kann sich auf das gesamte Leben auswirken

Dabei ist der Juckreiz mehr als nur lästig: Chronischer Juckreiz kann Schmerzen bereiten, die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen, den Schlaf rauben und wird von den Betroffenen oft als peinlich empfunden. Auch Angstzustände und Depression sind oftmals Folgen von Neurodermitis. Das Kratzen bei chronischem Juckreiz kann zudem zu einer Verletzung der Haut führen.

 

Neurodermitis wird auch als „juckender Hautausschlag“ bezeichnet

Nervenfasern, die direkt unter der Hautoberfläche liegen, senden Juckreizempfindungen über das Rückenmark an das Gehirn. Die natürliche Antwort des Körpers auf Juckreiz ist der Drang, sich zu kratzen. Durch das Kratzen werden jedoch Entzündungsstoffe in der ohnehin schon gereizten Haut freigesetzt, die den Juckreiz und die Reaktion des Immunsystems noch verstärken.

 

Das Immunsystem ist bei Neurodermitis überaktiv

Eine geschwächte Hautbarriere ist empfindlicher und anfälliger für Infektionen, was das Immunsystem zu einer noch stärkeren Reaktion veranlasst. Hinzu kommt, dass sich das Immunsystem bei einer Person mit Neurodermitis nach der anfänglichen Reaktion nicht mehr abschaltet. Die Immunabwehr läuft weiter auf Hochtouren — wobei die betroffene Haut sich immer mehr entzündet, gerötet und geschwollen ist und juckt —und der Juck- Kratz-Kreislauf geht weiter.

Wie Sie diesen scheinbar endlosen Kreislauf durchbrechen können, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

 

1. Tipp, um den Juck-Kratz-Kreislauf zu durchbrechen

Um den Juck-Kratz-Kreislauf zu durchbrechen, sollten Sie Ihre Haut täglich mit einer Feuchtigkeitscreme schützen und Ihre Nägel möglichst kurz halten, um Verletzungen der Haut durch Kratzen zu minimieren.

Welche Pflegeprodukte für Menschen mit Neurodermitis besonders geeignet sind und worauf sie bei der Hautpflege achten sollten, erfahren Sie in Lerneinheit 5: Die tägliche Pflege bei Neurodermitis.

 

2. Tipp, um den Juck-Kratz-Kreislauf zu durchbrechen

Sie können mit Ihrem Arzt über ein Verhaltenstraining sprechen. In manchen Fällen können Ablenkungstechniken oder Verhaltenstrainings den Betroffenen helfen, Kratzattaken zu verhindern und sich auf etwas anderes zu konzentrieren. Hier lernen sie, den Vorgang des Kratzens durch eine andere Handlung zu ersetzen, bei der die Hände benutzt werden. Dabei spielt die Selbstbeobachtung eine große Rolle.

Beispiele:

  • Zusammendrücken eines Stressballs
  • bei Juckreiz die Hand für etwa 30 Sekunden zur Faust zu ballen, anstatt sich sofort zu kratzen
  • Auflegen eines Kühlpacks
  • Auftragen einer fetthaltigen Creme
 

2. Tipp, um den Juck-Kratz-Kreislauf zu durchbrechen

Sprechen Sie Ihren Arzt bei Fragen zu dem Thema an. Er kann Ihnen sagen, welche Ablenkungsmethoden für Sie geeignet sind.

Übrigens

"Weitere Informationen zum Thema Ablenkung, erfahren Sie demnächst in Lerneinheit 9: Ablenkungstechniken bei Juckreiz".

 

3. Tipp, um den Juck-Kratz-Kreislauf zu durchbrechen

Durch die Verringerung des Juckreizes auf der Hautoberfläche, mildern Sie lediglich die Symptome Ihrer Neurodermitis. Wirklich unter Kontrolle lässt sich die Erkrankung aber nur durch die Behandlung der Erkrankungsursache bringen. Daher ist es notwendig, dass Sie Ihre Therapie dauerhaft durchführen. Sie sollten Ihre verordneten Medikamente genau nach Anweisung anwenden und Ihre Therapie auch bei Besserung der Symptome nicht unterbrechen.

Sprechen Sie Ihren Arzt auf Ihre Behandlungsmöglichkeiten an.

 
 

Ziel erreicht! Sie haben die Lerneinheit „Wie entsteht der Juck-Kratz-Kreislauf?“ abgeschlossen

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