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THERAPIEMÖGLICH- KEITEN BEI NEURODERMITIS

Viele Menschen mit Neurodermitis sind verunsichert, welche Therapie für sie die richtige ist. Erfahre in diesem Lernmodul, welche Behandlungsmöglichkeiten Dir zur Verfügung stehen.

NEURODERMITIS ALLGEMEIN
LERNMODUL 10

DIE THERAPIE DER NEURODERMITIS IST ABHÄNGIG VOM SCHWEREGRAD

Für die Therapie von Neurodermitis stehen den Patienten eine Vielzahl von Arzneimitteln zur Verfügung, die entweder äußerlich oder systemisch – d. h. innerlich wirkend – angewendet werden. Die Behandlung ist abhängig vom Schweregrad der Erkrankung, vom Zustand der Haut sowie vom Alter des Patienten und erfordert demnach individuell abgestimmte Maßnahmen.


Welche Therapie für Dich geeignet ist, entscheidest Du gemeinsam mit Deinem Arzt. Die Informationen in dieser Lerneinheit können Dir jedoch helfen, die Vogelperspektive einzunehmen und zu verstehen, welche Behandlung überhaupt für Dich infrage kommen könnte.

 
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ORIENTIERUNG AM STUFENSCHEMA

Eine Orientierung für die Behandlung der Neurodermitis bietet das Stufenschema bzw. die Stufentherapie. Sie ermöglicht die Einteilung der Erkrankung in die verschiedenen Krankheitsstufen und enthält die dazugehörigen therapeutischen Empfehlungen.

 
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STUFE 1: TROCKENE HAUT

Stufe 1: Trockene Haut

Bei trockener Haut, also bei der ersten Stufe, wird eine Basistherapie empfohlen. Das bedeutet, dass Betroffene, die in diese Stufe eingeteilt werden, diese zwei Maßnahmen treffen:

Vermeidung von Provokationsfaktoren (also Faktoren oder Stoffe, die einen Neurodermitisschub „provozieren“ können)

Einsatz von sogenannten Basistherapeutika
Bei Basistherapeutika handelt es sich um eine an den Hautzustand angepasste Hautpflege. Sie ist in jedem Stadium der Erkrankung wichtig, auch dann, wenn die Haut äußerlich gesund erscheint. Die Pflege sollte sich am aktuellen Hautzustand orientieren, d. h. fette Salbengrundlagen auf trockener Haut und Feuchtigkeitscremes (z. B. mit Harnstoff und Glycerin) bei weniger trockener Haut.

 
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STUFE 2 UND 3: LEICHTE UND MITTELSCHWERE EKZEME

Stufe 2 und 3: Mittelschwere bis schwere Ekzeme

Ab der zweiten Stufe werden topische Behandlungen empfohlen. Topisch bedeutet, dass Wirkstoffe zum Einsatz kommen, die äußerlich aufgetragen werden – in der Regel antientzündliche Cremes oder Salben.

Zu der bekanntesten Wirkstoffgruppe gehören die topischen Glukokortikoide, besser bekannt als Kortison. Kortisonhaltige Salben wirken entzündungshemmend und werden vor allem bei akuten Schüben angewendet, können aber vor allem bei langfristiger Anwendung mit Nebenwirkungen einhergehen, z. B. mit einer Verdünnung der Haut (Atrophie). Zudem ist die Verwendung von Kortison nicht für alle Hautareale geeignet. An besonders empfindlichen Hautstellen können Cremes mit Calcineurin-Hemmern aufgetragen werden, die ebenfalls eine antientzündliche Wirkung haben.

 
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Stufe 4: Langanhaltende, schwer ausgeprägte Ekzeme

Stufe 4: Langanhaltende, schwer ausgeprägte Ekzeme

Für den vierten und damit höchsten Schweregrad bei Neurodermitis werden systemische Therapien empfohlen. Im Gegensatz zu topischen Medikamenten, die überwiegend an der Stelle des Körpers wirken, an der sie angewendet werden, entfalten systemische Medikamente ihre Wirkung im ganzen Körper. Die Systemtherapie bei Neurodermitis dient zur Bekämpfung der chronischen Entzündung und zur Bändigung des überaktiven Immunsystems.

 
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Zu den klassischen systemischen Therapien gehören z. B.:

  • Orale Glukokortikoide, also Kortisontabletten, hemmen die Entzündungsreaktion und werden wegen möglicher Nebenwirkungen (z. B. Osteoporose, Magengeschwüre, Bluthochdruck, Hautverdünnung) nicht für eine längerfristige Therapie der Neurodermitis empfohlen.
  • Ciclosporin dämpft die Entzündungsreaktion, indem es die Aktivität bestimmter Zellen des Immunsystems beeinträchtigt. Auch dieser Wirkstoff kann bei langfristiger Einnahme unerwünschte Nebenwirkungen haben (z. B. Beeinträchtigung der Nierenfunktion).
  • Biologika sind moderne, biotechnologisch hergestellte Medikamente, zu denen beispielsweise therapeutische Antikörper zählen. Sie sind in der Lage, gezielter in die Entzündungsprozesse der Neurodermitis einzugreifen und so nicht nur die Symptome zu lindern, sondern direkt eine der Ursachen einzudämmen. Wie alle Arzneimittel können auch spezifisch wirkende Biologika Nebenwirkungen haben, die allerdings nicht bei jedem Patienten auftreten müssen.
 
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ERGÄNZENDE THERAPIEN: PHOTOTHERAPIE (LICHTTHERAPIE)

Ergänzend zur Stufentherapie können noch verschiedene nicht-medikamentöse Therapieverfahren herangezogen werden. Sie dienen zur Verbesserung des Hautzustandes, zur Stärkung des Immunsystems und zur besseren Bewältigung des Alltags. Dazu gehört auch die Phototherapie, also die Behandlung mit speziellem UV-Licht. Dieses ist in der Lage, den Hautzustand zu verbessern, da es Einfluss auf Haut- und Immunzellen hat. Allerdings sollte eine Lichttherapie nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, da eine fehlerhafte Durchführung das Risiko für Hautkrebs erhöhen kann.

 
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Ergänzende Therapien: Klimatherapien

Ein Klimawechsel kann bei Neurodermitikern entscheidend zur Verbesserung der Symptome beitragen. Denn ein längerer Aufenthalt (mind. 4 Wochen) in sogenannten Reizklimazonen z. B. an der Nord- und Ostsee kann durch die kühle und salzhaltige Meerluft entzündungshemmend und beruhigend auf die Haut wirken. Kein Zufall also, dass sich viele Neurodermitis-Kliniken an entsprechenden Orten befinden. Zudem gibt es an diesen Orten oft wenig allergieauslösende Sub-stanzen und bei den meisten Betroffenen bessern sich die Beschwerden durch Sonnenbestrahlung.

 
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ERGÄNZENDE THERAPIEN: NEURODERMITIS-SCHULUNGEN

Informative Veranstaltungen fördern das Krankheitsverständnis und den selbstbestimmten Umgang mit der Erkrankung.


Viele Hautkliniken und Hautspezialisten bieten Patientenschulungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Wenn Du Interesse an einer Patientenschulung hast, sprich darüber mit Deinem/Deiner Dermatologen/-in.


Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in der Regel die Schulungen für betroffene Kinder und deren Eltern.

 
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ERGÄNZENDE THERAPIEN: PSYCHOLOGISCHE BEHANDLUNG

Wenn der Leidensdruck durch die Erkrankung zu hoch ist, kann Psychotherapie den Betroffenen Unterstützung bei der Bewältigung ihres Alltags geben. Auch das Erlernen von Entspannungstechniken kann dabei unterstützend wirken.

 
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Hilfreiche Adressen

Selbsthilfegruppen für erwachsene Patienten: Der Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen kann das Selbstvertrauen stärken. Frage Deine/n Dermatolog/-in nach Selbsthilfegruppen in Deiner Nähe.

 
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Positives Denken lernen

Viele Menschen mit Neurodermitis haben mit starken negativen Emotionen zu kämpfen. In dieser Lerneinheit erfährst Du, wie Du diese durch positive Gedanken und Emotionen austauschen kannst.

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PATIENTEN LOGIN

Dir wurde zur Behandlung Deiner Neurodermitis eine Therapie von Sanofi Genzyme verordnet? Im Login-Bereich findest Du weitere Informationen zum Produkt und dessen Anwendung. Du kannst Dich mit der Chargennummer (Ch.-B.) auf der Packung des Medikaments hier anmelden.

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Chargennummer (Ch.-B.) auf der Packung:
LEBEN MIT NEURODERMITIS. INFORMATIONEN FINDEST DU HIER.
Was ist Neurodermitis?

Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die meist in Schüben auftritt und sich durch sichtbare Hautveränderungen und starken Juckreiz äußert. Betroffene fühlen sich in vielen Lebensbereichen häufig stark eingeschränkt.

Was sind die genauen Ursachen und Symptome der Neurodermitis (atopische Dermatitis) und was können mögliche Auslöser sein?

Juckreiz, Kratzen, Schlaflosigkeit – für Betroffene mit schweren Symptomen dreht sich jeder Tag darum, wie sie ihr Leiden lindern können. Jeder Schub belastet Betroffene auf körperlicher und mentaler Ebene. Beruf und Alltagsleben können oft nur eingeschränkt bewältigt werden. Es ist daher für Betroffene sehr wichtig, persönliche Strategien zum Umgang mit der Erkrankung zu entwickeln.

Neurodermitis kennenlernen

Wer seine Haut kennt, Routine in der Behandlung und Pflege entwickelt und auf seine persönlichen Bedürfnisse achtet, tut bereits viel dafür, um die Neurodermitis zu kontrollieren. Unsere Lernmodule unterstützen Dich dabei, Dein Leben mit Neurodermitis aktiv zu gestalten.

Behandlungsmöglichkeiten

Neurodermitis kann heute mit modernen Therapien gezielt behandelt werden. Eine individuelle Behandlung ist oft der erste Schritt hin zu mehr Selbstwertgefühl.

Neurodermitis-Blogger

Was im Alltagsleben mit Neurodermitis wirklich hilft und wichtig ist, wissen sie am besten – unsere Blogger. Auf der Website „Leben mit Neurodermitis“ erfährst Du, was andere Betroffene erlebt haben, was sie im Leben mit Neurodermitis gelernt haben und was ihnen Mut macht. Gestalte auch Dein Leben – trotz Neurodermitis.

Die hier zur Verfügung gestellten medizinischen Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Bei allen Fragen zu Deiner Erkrankung wende Dich bitte an Deine/n Dermatolog/-in.
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