Hautpflege

LERNEINHEIT 5: DIE TÄGLICHE PFLEGE BEI NEURODERMITIS

Tägliche Hautpflege hat bei Neurodermitis einen besonderen Stellenwert. In dieser Lerneinheit erfahren Sie, was Sie bei der Auswahl der Produkte und der täglichen Pflege beachten sollten.

4 min Lesezeit

Halten Sie sich an Ihr tägliches Pflegeritual

Falls Sie bereits in ärztlicher Behandlung sind, sollten Sie die verschriebenen Medikamente genau nach Plan anwenden. Die korrekte Anwendung von Medikamenten ist für eine erfolgreiche Behandlung sehr wichtig. Zusätzlich zur Anwendung Ihrer Medikamente, sollten die tägliche Hautpflege ein fester Bestandteil Ihres Alltags werden, um Ihre Haut bestmöglich zu unterstützen. Denn cremen ist das A und O für „anspruchsvolle Neurodermitis-Haut“. Nicht umsonst bezeichnen Mediziner die tägliche Hautpflege als Basistherapie bei Neurodermitis.

 

Auf die richtige Hautreinigung achten

Normale Seifen und Duschgele können für die empfindliche Haut bei Neurodermitis zu aggressiv sein und die Haut zusätzlich noch austrocknen. Seifen mit einem neutralen pH-Wert oder leicht saure Seifen mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 6,0 sind besser geeignet für empfindliche Haut. Einige Experten empfehlen zum Reinigen der Neurodermitis-Haut auch rückfettende, medizinische Bäder.

 

Dusch- und Bade-Tipps bei Neurodermitis

  • Nutzen Sie zum Baden und Duschen lauwarmes Wasser, da heißes Wasser oder Wasserdampf Ihre Haut austrocknen kann.
  • Verwenden Sie keine Kombination aus Badezusätzen oder Seifen.
  • Begrenzen Sie Ihre Badezeit auf maximal 15 min.
  • Tupfen Sie die Haut danach vorsichtig trocken statt zu reiben oder rubbeln.
  • Nutzen Sie immer ein frisches und möglichst weiches Badetuch zum Trockentupfen Ihrer Haut. Nach jeder Benutzung des Badetuchs können sich nämlich Bakterien und Pilze darin vermehren. Daher die Bade- und Handtücher spätestens nach drei Tagen bei mindestens 60 Grad waschen (falls Gerüche entstehen, sogar noch früher) und nach jedem Benutzen vollständig trocknen lassen.
  • Anschließend ist es besonders wichtig sofort die übliche Basispflege auf die noch feuchte Haut aufzutragen. Dadurch wird der Feuchtigkeitsgehalt der Haut erhöht.
 

Feuchtigkeit ist besonders wichtig

Eine schützende Hautpflege kann Ihnen helfen, den Juckreiz, die Rötung und die Beschwerden der Neurodermitis zu lindern. Die Hautbarriere wird erhalten und die Feuchtigkeit in der Außenschicht der Haut eingeschlossen. Welches Produkte im Einzelfall geeignet ist, hängt vom Hautzustand ab. Fragen Sie am besten Ihren Arzt, welche Hautpflege sich bei Ihnen am besten eignet.

  • Wer zum Beispiel unter trockener Haut leidet, sollte eine fette Salbe verwenden. Für offene oder verletzte Hautstellen gibt es spezielle Salben mit sehr hohem Fettgehalt, die für die Nacht aufgetragen werden.
  • Bei weniger trockenen oder nässenden Hautstellen ist eine Creme sinnvoller: Sie enthält weniger Fett und dafür mehr Wasser (Öl-in-Wasser-Emulsion). Noch weniger Fett steckt in Lotionen. Sie eignen sich ebenfalls für nässende Ekzeme.
  • Vor jedem Cremen sollten Sie sich die Hände waschen, damit keine Keime in offene Hautstellen hinein kommen.
Übrigens: Pure Vaseline und Melkfett sind zur Hautpflege bei Neurodermitis nicht besonders gut geeignet. Auch Öle können die Haut mit der Zeit austrocknen.

Die richtigen Produkte wählen

Bei Neurodermitis sollten Sie keine Kosmetikprodukte mit Konservierungs-, Duft-, Farbstoffen, Emulgatoren, Paraffinöl oder Vaseline verwenden. Vergewissern Sie sich, dass Sie nicht allergisch oder empfindlich auf die Inhaltsstoffe dieser Hautpflegeprodukte reagieren und wählen Sie parfümfreie, nicht allergieauslösende Marken.

Übrigens: Der DAAB bietet Ihnen eine Liste mit geprüften allergenarmen Produkten. Diese kann man hier per Mail anfordern.

 

Feuchte Umschläge sind ein bewährtes Hausmittel

Bei offenen und nässenden Hautstellen können feuchte Wickel oder Fett-Feuchte-Umschläge helfen, den Juckreiz zu lindern. Sprechen Sie Ihren Arzt darauf an und beginnen Sie nicht ohne Rücksprache, die Wickel anzuwenden. Denn hier bedarf es einer speziellen Technik und eine zu häufige oder falsche Anwendung kann die Symptome sogar verschlechtern.

 

Keine synthetische Kleidung tragen

Zugegeben: Dieser Punkt hat nur indirekt etwas mit Hautpflege zu tun, ist aber dennoch wichtig für das Wohlbefinden der Haut. Denn synthetische Stoffe können die Haut zusätzlich irritieren.

  • Am wohlsten fühlt sich die empfindliche Haut in lockerer Baumwoll- oder Seidenkleidung. Vermeiden Sie enge, raue und synthetische Kleidung.
  • Waschen Sie neue Kleidungsstücke vor dem Tragen und entfernen Sie alle Etiketten.
  • Schweiß kann die Haut reizen und Juckreiz hervorrufen. Deshalb für den Sport atmungsaktive Kleidung verwenden.
 
 

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