Umgang mit Neurodermitis

LERNEINHEIT 6: TIPPS FÜR EINE BESSERE STRESSBEWÄLTIGUNG

Stress und Neurodermitis bilden einen Teufelskreis. Stress kann einen Schub auslösen und ein Schub kann Stress verursachen. In dieser Lerneinheit erfahren Sie, wie Sie Stressbewältigung zu Ihrer täglichen Routine machen.

5 min Lesezeit

Eine enge Bezieung: Stress und Haut

Stress ist häufig Folge, Auslöser oder Verstärker bei chronischen Erkrankungen. Das ist auch bei Neurodermitis so. Der Stress kann zum einen durch die Beschwerden hervorgerufen werden. So kann der Juckreiz beispielsweise zu Schlafstörungen führen. Die daraus resultierende Müdigkeit kann in einer gesteigerten Reizbarkeit, geringen Konzentrationsfähigkeit sowie in Wutausbrüchen münden. Diese emotionalen Belastungen rufen Stress hervor. Auf der anderen Seite können stressige Situationen die Beschwerden der Neurodermitis verstärken oder gar auslösen. Stressbewältigung kann für Betroffene von Neurodermitis daher besonders wichtig sein.

 

Regelmäßige Auszeiten gönnen

Nehmen Sie sich regelmäßig kurze Auszeiten im Alltag, in denen Sie entspannen und zur Ruhe kommen. Gerade in turbulenten Zeiten ist es wichtig, auf die Signale des Körpers zu hören. Nehmen Sie sich eine Auszeit vom Medien-Konsum und schalten Sie gelegentlich auch mal das Smartphone aus. Besonders Spaziergänge durch die Natur oder lange Gespräche mit vertrauten Menschen in Ihrem Leben können wahre Wunder wirken. Oder wie wäre es mit einer kreativen Beschäftigung wie zeichnen, basteln oder heimwerken? Probieren Sie Dinge aus, die Sie noch nie gemacht haben und die Sie nur für sich selbst tun.

 

Erholsamer Schlaf

Erholsamer und ausreichender Schlaf sowie regelmäßige körperliche Bewegung sind unerlässlich, um Stress abzubauen. Weitere Informationen dazu, wie Sie auch mit Neurodermitis gut schlafen können, finden Sie demnächst in der Lerneinheit 8: Ungestörte Nachtruhe trotz Neurodermitis.

Sich mitteilen

Vertrauen Sie sich Ihrem Umfeld an und sprechen Sie mit Familie und Freunden über Ihre Sorgen und Ängste. Teilen Sie sich mit und tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen aus. Sie werden überrascht sein, wieviele Menschen von Neurodermitis betroffen sind und die selben Herausforderungen erleben wie Sie. Hierfür können Sie einer Selbsthilfegruppe für Menschen mit Neurodermitis beitreten, entweder online oder vor Ort. Sprechen Sie auch mit Ihrem Arzt, wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie Hilfe benötigen.

 

Bewegung

Durch Bewegung werden Durchblutung, Stoffwechsel und die Versorgung der Hautzellen angeregt. Daher kann das sogar zu einer Besserung Ihrer Symptome führen. Zudem wird das Herz- Kreislauf-System angeregt und das Immunsystem gestärkt - kurzum: Sie fühlen sich fitter. Schon ein zügiger und längerer Spaziergang kann als Sporteinheit gewertet werden und tut Ihnen und Ihrem Körper gut.

Yoga und Tai Chi können ebenfalls entspannend wirken. Besuchen Sie zum Start am besten einen Kurs für Anfänger. Hier können Sie die korrekte Durchführung der Übungen von einem geschulten Trainer lernen und langsam damit starten, körperliche Aktivität in Ihren Alltag zu integrieren.

 

Bewegung

Tipps

  • Trinken Sie viel, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Am besten Mineralwasser.
  • Tragen Sie atmungsaktive Kleidung, damit der Schweiß nicht auf der Haut kleben bleibt.
  • Reinigen Sie die Haut direkt nach der Sporteinheit mit milden Pflegeprodukten.
  • Machen Sie sich selbst keinen Druck, wenn Sie sich nicht nach Sport fühlen. Bewegung soll Freude machen und Sie mit anderen Menschen zusammenbringen, anstatt Stress zu verursachen.
  • Verzichten Sie bei einem akuten Schub auf körperliche Anstrengung und schonen Sie sich bzw. suchen Sie Ihren Arzt auf.
 

Meditation

Regelmäßige Meditationsübungen können Körper und Seele helfen, Stress abzubauen und zur Ruhe zu kommen. Menschen, die regelmäßig meditieren, fühlen sich oft ausgeglichener. Auch kann durch Meditation die Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit gesteigert werden. Versuchen Sie es doch einmal mit tiefer Atmung oder probieren Sie eine App aus, die Sie durch eine geführte Meditationssitzung begleitet.

 

Stressbewältigung durch Achtsamkeit

Die Achtsamkeitsmeditation hat sich bei der Stressbewältigung als besonders wertvoll erwiesen. Achtsamkeit bedeutet, im „Hier und Jetzt“ zu sein, sich ganz auf den gegenwärtigen Moment zu konzentrieren. Wichtig dabei ist, den Moment wahrzunehmen, ohne ihn oder die eigenen Gedanken zu bewerten.

Mit der Zeit kann das regelmäßige Üben von Achtsamkeit helfen, Stress abzubauen und die Stimmung zu verbessern. Sie haben nichts zu verlieren, probieren Sie es doch einfach einmal aus! Auf der nächsten Seite finden Sie ein Beispiel für eine Achtsamkeitsübung.

 

Achtsamkeitsübung zum Mitmachen

Alles was Sie brauchen, ist etwas Zeit (ca. 10-15 min) und einen ruhigen Ort, um diese Übung auszuprobieren. Los gehts …

  1. Suchen Sie sich einen ruhigen Platz an dem Sie ungestört sind und setzen Sie sich bequem hin. Sie können einen Stuhl mit gerader Rückenlehne verwenden oder im Schneidersitz auf dem Boden oder auf einer anderen weichen Oberfläche sitzen. Wenn Sie mögen, stellen Sie sich einen Wecker auf 10 oder 15 Minuten.
  2. Achten Sie auf eine gerade Körperhaltung. Legen Sie die Hände in den Schoß oder auf die Knie und schließen Sie Ihre Augen.
  3. Atmen Sie tief und langsam und konzentrieren Sie sich ausschließlich auf Ihre Atmung. Achten Sie darauf, wie sich Ihre Lunge mit Luft füllt und Ihr Brustkorb sich hebt und senkt.
  4. Während Sie sich auf diese Empfindungen konzentrieren, beginnen Sie allmählich, auch andere Dinge in Ihrer Umgebung wahrzunehmen. Achten Sie auf Geräusche, Bilder und Gerüche in Ihrer Umgebung.
  5. Dabei sollten Sie keinen der wahrgenommenen Eindrücke beurteilen. Die Gedanken kommen und gehen in stetigem Fluss. Wenn ein Gedanken auftaucht, nehmen Sie diesen zur Kenntnis, beurteilen ihn aber nicht als gut oder schlecht.
  6. Wenn Sie feststellen, dass Ihre Gedanken abwandern und sich vergangenen und zukünftigen Sorgen zuwenden, oder wenn Sie einnicken, lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit einfach wieder auf den gegenwärtigen Moment.
Tipp
Führen Sie diese Meditation zunächst über kurze Zeiträume (10 oder 20 Minuten), durch und verlängern Sie die Meditationsdauer in dem Maße, in dem Sie die Übung mehr und mehr in Ihren Alltag integrieren. Je öfter Sie die meditieren, umso größer ist die Wirkung. Mit der Zeit werden Sie lernen, besser mit Stress umzugehen, was sich wiederum positiv auf Ihr allgemeines Wohlbefinden auswirken wird.
 

Ziel erreicht! Sie haben die Lerneinheit „Tipps für eine bessere Stressbewältigung“ abgeschlossen

Nächste Lerneinheit

Umgang mit Neurodermitis

Persönliche Ziele setzen

Für Menschen mit Neurodermitis kann das Setzen von persönlichen Zielen besonders wichtig sein. Denn nur wer sich Ziele setzt, kann sie auch erreichen.

MAT-DE-2001342 V1 08/2020
 
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