Neurodermitis allgemein

LERNEINHEIT 4: ZEHN FAKTEN ZU NEURODERMITIS, DIE SIE KENNEN SOLLTEN

Sie selbst oder ein Familienmitglied sind von Neurodermitis betroffen? Dann wissen Sie sicherlich bereits einiges zur Erkrankung. In dieser Lerneinheit haben wir die wichtigsten Fakten kompakt für Sie zusammengestellt.

5 min

Neurodermitis-Fakt Nr. 1: Ekzeme und Schübe sind typisch für die Erkrankung

Die Neurodermitis (auch: atopische Dermatitis) ist eine häufige, chronisch entzündliche Hautkrankheit, die typischerweise in Schüben auftritt. Betroffene leiden an trockener Haut und Ekzemen, die meist von starkem Juckreiz begleitet wird. Manche Menschen haben aber auch Knötchen oder Pusteln. Die Erkrankung ist nicht ansteckend und kann heutzutage gut behandelt werden.1

Neurodermitis-Fakt Nr. 2: Viele Menschen sind betroffen2

Die Häufigkeit der Neurodermitis ist unter anderem klima- und altersabhängig. Im eher sonnenarmen Nordeuropa sind bis zu 25% betroffen, wohingegen an den Küsten Südeuropas nur etwa 1% der Menschen erkranken. Babies und Kleinkinder sind mit 23% die am stärksten betroffene Altersgruppe. Schätzungen zufolge sind 2-4% aller Erwachsenen in Deutschland von Neurodermitis betroffen. Bei einem großen Teil der Patienten bessert sich die Krankheit mit zunehmendem Alter. Menschen in Städten sind häufiger betroffen als die Landbevölkerung.

Neurodermitis-Fakt Nr. 3: Neurodermitis kann vererbt werden

Für die Entstehung von Neurodermitis gibt es nicht nur eine Ursache. Es ist vielmehr ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Da Neurodermitis familiär gehäuft auftreten kann, spielt die genetische Veranlagung bei der Entstehung der Erkrankung eine Rolle. Wenn beispielsweise beide Elternteile an Neurodermitis leiden, liegt das Erkrankungsrisiko für Neugeborene zwischen 60 und 80 Prozent.3 Ob die Erkrankung tatsächlich auftritt, hängt jedoch von vielen weiteren Faktoren ab.

3 [Deutsche Haut- und Allergiehilfe e. V.]

Neurodermitis-Fakt Nr. 4: Die Erkrankungsursache liegt unter der Hautoberfläche

Obwohl die Symptome der Neurodermitis primär auf der Haut sichtbar sind, handelt es sich bei Neurodermitis um mehr als eine Hautkrankheit. Die Ursache für das beeinträchtigte Hautbild liegt unter der Hautoberfläche: ein Immunsystem, das aus den Fugen geraten ist und Entzündungen auf- und unter der Haut hervorrufen kann. In der Regel handelt es sich bei den Entzündungen um eine ganz bestimmte Art von Entzündung: die sogenannte Typ-2-Entzündung. Diese ist gekennzeichnet durch bestimmte Zellen des Immunsystems (Typ-2-Helferzellen (Th2), die ständig entzündungsfördernde Eiweiße (Botenstoffe) und so zu den anhaltenden Entzündungen beitragen. Auch wenn die Haut gesund wirkt, ist die Entzündung unter der Haut aktiv. Aus diesem Grund muss die Neurodermitis kontinuierlich behandelt werden.

 

Neurodermitis-Fakt Nr. 5: Neurodermitis tritt häufig in Verbindung mit anderen Erkrankungen auf

Neurodermitis gehört zu einer Gruppe von Erkrankungen, bei denen harmlose Stoffe (Allergene) Überreaktionen des Immunsystems auslösen können. Bei Patienten mit Neurodermitis können deshalb auch andere Erkrankungen aus dieser Gruppe auftreten. Zu diesen Erkrankungen zählen z. B. allergisches Asthma und/oder Heuschnupfen (saisonale Allergien), allergische Bindehautentzündung, allergischer Schnupfen (allergische Rhinitis) und Nahrungsmittelallergien.

 

Neurodermitis-Fakt Nr. 6: Äußere Einflüsse können die Symptome verschlimmern

Emotionaler Stress, bestimmte Wetterbedingungen, Schwitzen und sogar das Tragen bestimmter Textilien führen bei manchen Menschen mit Neurodermitis zu einer Verschlechterung der Symptome. Reizende Stoffe (Chemikalien in Körperpflegeprodukten und Haushaltsreinigern oder Zigarettenrauch) und Allergene können die Symptome zusätzlich verschlimmern. Durch das Meiden dieser sogenannten Triggerfaktoren können Betroffene das Auslösen der Symptome zumindest teilweise reduzieren oder verhindern.

 

Neurodermitis-Fakt Nr. 7: Depressionen sind keine Seltenheit

In Zeiten von makellosen Schönheitsidealen werden Hautveränderungen häufig mit „krank“ und „ungepflegt“ assoziiert. Das äußere Erscheinungsbild spielt also eine bedeutsame Rolle für das Wohlbefinden. Menschen mit Neurodermitis schämen sich häufig für ihre Haut und isolieren sich. Daraus können sich Angstzustände, Schlafstörungen oder sogar Depressionen entwickeln. Wichtig: Wenn der Leidensdruck zu hoch ist, kann eine seelische Betreuung oder Psychotherapie Unterstützung geben.

 

Neurodermitis-Fakt Nr. 8: Hautinfektionen kommen häufig vor

Bei Neurodermitis kann die Haut trocken, spröde und schuppig sein. Dies liegt daran, dass es der Haut an einem flächendeckenden Fettfilm fehlt. Die Folge: Die Barriereschutzfunktion der Haut ist nicht in ausreichendem Maße vorhanden und Krankheitserreger, wie z. B. Bakterien, haben leichtes Spiel und können Entzündungen auf und in der Haut hervorrufen. Durch das Kratzen der gereizten Hautstellen kann es zu Verletzungen und zum Eindringen der Erreger kommen. Auch entzündungshemmende Mittel, etwa Kortisontabletten, können zu einer erhöhten Hautinfektionsanfälligkeit beitragen.

 

Neurodermitis-Fakt Nr. 9: Tägliche Hautpflege ist wichtig

Die Basispflege ist eine wesentliche Säule der Neurodermitis-Behandlung. Denn sie kann Juckreiz lindern und die Zeit bis zum nächsten Juckreiz-Schub verlängern. Die Anwendung soll dabei dem Hautzustand angepasst werden:

  • Während akuten Schüben mit nässender Haut: wasserhaltige Pflegepräparate.
  • Während schubfreier Zeit mit trockener Haut: fetthaltige Pflegepräparate.
Wichtig
Auch bei fehlenden Zeichen der Entzündung wird der Einsatz von Basiscremes zur Verbesserung der Hautbarrierefunktion empfohlen.

Neurodermitis-Fakt Nr. 10: Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad

Für die Therapie der Neurodermitis steht eine Vielzahl von Arzneimitteln zur Verfügung, die entweder äußerlich („topisch”) oder systemisch – d. h. innerlich wirkend – angewendet werden. Behandelt wird nach einem Schema, das die Erkrankung nach Schweregrad in vier Stufen unterteilt:

 
 

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MAT-DE-2001339 V1 08/2020
 
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