Schlafen

LERNEINHEIT 8: UNGESTÖRTE NACHTRUHE TROTZ NEURODERMITIS

Dauerhafte Müdigkeit kann über einen längeren Zeitraum zu gesundheitlichen Problemen führen. In dieser Lerneinheit erfahren Sie, durch welche Maßnahmen sich Ihre Schlafqualität verbessern kann.

5 min Lesezeit

Der Juckreiz nimmt nachts zu - aber warum eigentlich?

Viele Menschen mit Neurodermitis haben Schlafstörungen, da der Juckreiz nachts in der Regel zunimmt. Das hat mehrere Gründe: Zum einen liegt es daran, dass die Hauttemperatur nachts ansteigt und Wärme den Juckreiz provoziert. Zum anderen schwitzen wir nachts und das trocknet die Haut zusätzlich aus. Hinzu kommt außerdem, dass der natürliche Kortikosteroid- spiegel im Körper abends und nachts auf einem Tiefstwert liegt, was zu einer verminderten entzündungshemmenden Reaktion führt. Das kann die Verschlimmerung des nächtlichen Juckreizes hervorrufen. Außerdem hat die Haut nachts großflächig Kontakt zu Stoffen, was eine mechanische Juckreizauslösung und den Kratzreflex hervorrufen kann.

 

Tipp 1: Bewegung

Bauen Sie körperliche Aktivität an der frischen Luft in Ihren Alltag ein und machen Sie regelmäßig Sport. Am Besten in der ersten Tageshälfte (nicht in den Stunden vor dem Schlafengehen). Denn: wer sich regelmäßig sportlich betätigt, verbessert nachgewiesen seine Schlafqualität. Am besten Sie verlegen Ihre Sporteinheit direkt nach draußen in die Natur.

 

Tipp 2: Koffein reduzieren und auf Nikotin verzichten

Begrenzen Sie die Menge der koffeinhaltigen Getränke, die Sie tagsüber zu sich nehmen. Die Wirkung von Koffein kann je nach Menge bis zu 8 Stunden anhalten. Daher sollten Sie koffeinhaltige Getränke vor dem Schlafengehen meiden. Nikotin wirkt ebenfalls anregend, weshalb Sie auf das Rauchen verzichten sollten. Ein Rauchstopp wirkt sich nicht nur positiv auf Ihren Schlaf aus, sondern generell auf Ihre Gesundheit.

 

Tipp 3: Regelmäßigen Schlafrythmus einhalten

Halten Sie einen regelmäßigen Schlafrhythmus ein. Achten Sie darauf, immer zur selben Zeit ins Bett zu gehen und aufzustehen, möglichst auch am Wochenende. So wird sich Ihr Körper nach und nach daran gewöhnen und Sie werden besser ein und durchschlafen können.

 

Tipp 4: Eigene Schlafroutine entwickeln und einhalten

Halten Sie zur Schlafenszeit stets dieselbe Routine ein, um Ihren Körper optimal „in Schlafstimmung zu versetzen“. Das kann Ihnen auch dabei helfen, einen regelmäßigen Schlafrythmus einzuführen.

Beispiele:

Legen Sie elektronische Geräte beiseite und geben Sie sich, sofern möglich, etwa eine Stunde Zeit, um sich zu entspannen. Eventuell tut es Ihnen gut, den Tag mit einer leichten Lektüre oder Entspannungsübungen zu beenden, wie z. B. ruhiges, tiefes Atmen zu den Klängen beruhigender Musik.

 

Tipp 5: Ein lauwarmes Bad nehmen

Vor dem Zubettgehen ein Bad zu nehmen könnte auch ein wichtiger Teil Ihrer Schlafroutine werden. Denn das Baden wirkt entspannend und bewirkt eine Reinigung der Haut von Schweiß, Schmutz und möglichen Reizstoffen, die nachts möglicherweise die Haut reizen könnten.

Nehmen Sie also vor dem Zubettgehen ein 5- bis 10-minütiges lauwarmes (kein heißes) Bad. Und vergessen Sie nicht, nach dem Baden direkt Ihre Feuchtigkeitscreme aufzutragen, da die Haut die Pflege im noch feuchten Zustand sehr gut aufnehmen kann.

 

Tipp 6: Baumwolle statt Synthetik

Das Tragen von Baumwolle (bzw. Mischgewebe mit einem hohen Baumwollanteil) oder Seide kann nächtliche Hautreizungen verringern. Denn Baumwolle lässt die Haut besser atmen als synthetische Textilien. Auch die Bettwäsche sollte idealerweise aus Baumwolle sein. Dabei ist besonders auf reine, fein gewebte und glatte Stoffe zu achten. Schlafanzüge mit langen Ärmeln und Hosenbeinen sind sinnvoll, um Verletzungen der Haut durch nächtliches Kratzen zu vermeiden.

 

Tipp 7: Fingernägel kurz halten

Achten Sie darauf, Ihre Nägel regelmäßig zu schneiden und scharfe Bereiche zu feilen. Alternativ können Sie nachts Baumwoll-Handschuhe tragen, um Hautverletzungen durch Kratzen zu vermeiden.

Extra-Tipp
Auch beim täglichen Umgang mit Wasser und anderen Substanzen, wie Waschen, Spülen, Kochen und Wischen, kann das Tragen von Baumwoll-Handschuhen helfen, Hautreizungen zu vermeiden. Dafür ziehen Sie einfach ein paar (puderfreie) Einmalhandschuhe über die Baumwoll-Handschuhe.

Tipp 8: Angenehmes Raumklima schaffen

Machen Sie Ihr Schlafzimmer zu einem idealen Ort für eine erholsame Nacht. Der Raum sollte dunkel, angenehm kühl, ruhig und frei von Staub und Allergenen sein, die Ihre Symptome verschlimmern könnten.

 

Tipp 9: Einschlafübungen

Wenn Sie Schwierigkeiten beim Einschlafen haben, können ein paar einfache Gedankenübungen helfen. Zählen Sie langsam bis 100. Oder stellen Sie sich vor, dass sich jeder Teil Ihres Körpers ganz leicht anfühlt. Fangen Sie mit Ihrem Gesicht an und wandern Sie dann langsam nach unten. oder beginnen Sie mit den Zehen und wandern anschließend nach oben.

 

Tipp 10: Ärztlichen Rat einholen

Wenn Sie trotz dieser Maßnahmen nicht gut schlafen, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen und über weitere Möglichkeiten sprechen.

 
 

Ziel erreicht! Sie haben die Lerneinheit „Ungestörte Nachtruhe trotz Neurodermitis“ abgeschlossen

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Mit etwas Übung und Geduld können Sie gewohnte Verhaltensmuster durchbrechen! Das kann bei Juckreiz besonders wichtig sein.

MAT-DE-2001722v1.0 09/2020
 
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