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ERNÄHRUNG BEI NEURODERMITIS

Eine gesunde Ernährung kann sich günstig auf Neurodermitis und das allgemeine Wohlbefinden auswirken. Welche Dinge Du dabei beachten kannst, erfährst Du in dieser Lerneinheit.

NEURODERMITIS ALLGEMEIN
LERNMODUL 12

Ernährung bei Neurodermitis

Gerade weil die Auslöser der Neurodermitis so individuell sind, gibt es keine generelle „Neurodermitis-Diät“. Allerdings gibt es einige Dinge neben den allgemeinen Regeln einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung zu beachten. Beispielsweise muss bei Unverträglichkeiten und Allergien der Speiseplan individuell abgestimmt werden.

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Allgemeine Empfehlungen zu gesunder Ernährung

Das was die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) im Allgemeinen empfiehlt, gilt natürlich auch für Menschen mit Neurodermitis. Orientierung geben Dir beispielsweise die 10 Regeln der DGE.



1. Nutze die Lebensmittelvielfalt und iss abwechslungsreich. Wähle überwiegend pflanzliche Lebensmittel.


2. Genieße mindestens 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst am Tag. Zur bunten Auswahl gehören auch Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen und Bohnen sowie (ungesalzene) Nüsse.


3. Bei Getreideprodukten wie Brot, Nudeln, Reis und Mehl ist die Vollkornvariante die beste Wahl für Deine Gesundheit.

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Allgemeine Empfehlungen gesunder Ernährung

4. Verzehre Milch und Milchprodukte wie Joghurt und Käse täglich, Fisch ein- bis zweimal pro Woche. Wenn Du Fleisch isst, dann nicht mehr als
300 bis 600 g pro Woche.


5. Bevorzuge pflanzliche Öle wie beispielsweise Rapsöl und daraus hergestellte Streichfette.


6. Mit Zucker gesüßte Lebensmittel und Getränke sind nicht empfehlenswert. Vermeide diese möglichst und setze Zucker sparsam ein. Spare mit Salz und reduziere den Anteil salzreicher Lebensmittel.


7. Trinke rund 1,5 Liter jeden Tag. Am besten Wasser oder andere kalorienfreie Getränke wie ungesüßten Tee. Zuckergesüßte und alkoholische Getränke sind nicht empfehlenswert.


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Allgemeine Empfehlungen gesunder Ernährung

8. Gare Lebensmittel so lange wie nötig und so kurz wie möglich, mit wenig Wasser und wenig Fett. Vermeide beim Braten, Grillen, Backen und Frittieren das Verbrennen von Lebensmitteln.


9. Gönne Dir eine Pause für Deine Mahlzeiten und lass Dir Zeit beim Essen.


10. Vollwertige Ernährung und körperliche Aktivität gehören zusammen. Dabei ist nicht nur regelmäßiger Sport hilfreich, sondern auch ein aktiver Alltag.


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Zusätzliche Informationen für Menschen mit Neurodermitis

  • Gemüse, Obst und Vollkornprodukte sind vitamin - und ballaststoffreich und versorgen den Körper mit lebenswichtigen Mineralstoffen.
  • Meide scharfes und stark gewürztes Essen.
  • Iss frisch und verzichte, so gut es geht, auf Fertigprodukte.
  • Iss ausgewogen und abwechslungsreich.
  • Meide Alkohol und Kaffee.
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Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten kennen

Bei manchen Menschen mit Neurodermitis können bestimmte Nahrungsmittel Schübe auslösen. Jedoch ist das nicht bei jedem so und die Betonung liegt auf „können“. Etwa jedes zweite Kind mit Neurodermitis hat eine Nahrungsmittelallergie, die aber nicht immer zu einer Ekzemverschlechterung führt.*

Um Hautreaktionen zu vermeiden, solltest Du unbedingt die Lebensmittel kennen, auf die Du allergisch reagierst oder die Du nicht verträgst. Du kannst die entsprechenden Allergene durch einen Allergietest identifizieren lassen, falls Du die Vermutung einer Allergie hast.


Übrigens: Manchmal treten auch Kreuzallergien auf, bei denen man sowohl gegen bestimmte Pollen als auch gegen bestimmte Obst- und Gemüsesorten allergisch reagiert.

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Häufig allergieauslösende Nahrungsmittel

  • Histaminhaltige Nahrungsmittel (z. B. Fischkonserven, Sauerkraut, Spinat, Avocado und Rotwein)
  • Nachtschattengewächse (Tomaten und Kartoffeln)
  • Manche Gemüsesorten (z.B. Knoblauch, Möhren, Rhabarber, Rettich, Sellerie, Sojabohnen) und Gemüsekonserven
  • Manche Obstsorten (z.B. Erdbeeren, Kiwi, Johannisbeeren, Pfirsiche, Stachelbeeren, Zitrusfrüchte)
  • Nüsse (z. B. Erdnüsse, Haselnüsse, Walnüsse)
  • Milchprodukte (z.B. Quark, Pudding) und Eier
  • Lang gereifter Käse (z. B. Parmesan, Brie, Camembert)
  • Scharfe Gewürze (wie Pfeffer, Curry, Chili)
  • Schweinefleisch und Wurst mit Farb-, Aroma- oder Konservierungsstoffen
  • Müsli mit Zuckerzusatz; Erdnussbutter; Fast Food, Fertiggerichte
  • Brot und Getreideprodukte aus Weizen
  • Sojaprodukte (wie z. B. Tofu)

*https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Ernaehrung-bei-Neurodermitis-Trigger-meiden,neurodermitis108.html
https://www.dha-allergien.de/pdfs/akt219_2.pdf

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Häufige Nahrungsmittelallergien bei Neurodermitis

Bei Kindern sind vor allem Kuhmilch, Soja, Weizen, Haselnüsse, Erdnüsse und Fisch mögliche Neurodermitis-Provokationsfaktoren. Bei Erwachsenen sind es selten Grundnahrungsmittel, die eine allergische Reaktion hervorrufen, sondern eher bestimmtes Obst (besonders Zitrusfrüchte), Gemüse und Nüsse. Dies muss aber nicht sein! Nichtsdestotrotz solltest Du wissen, gegen welche Nahrungsmittel Du allergisch reagierst und welche Du vom Speiseplan streichen solltest.


Gut zu wissen: Nahrungsmittelallergien können im Laufe des Lebens verschwinden oder neu hinzukommen. Lass Dich also nach einigen Jahren erneut auf die Allergene testen, auf die Du reagiert hast.

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Symptomtagebuch führen

Falls Du nicht sicher bist, ob bei Dir bestimmte Nahrungsmittel Einfluss auf Deine Erkrankung haben, dann kannst Du dies mit Hilfe Deines Symptom-Tagebuchs herausfinden. Darin notierst Du, was Du gegessen hast, und dokumentierst dazu den Hautzustand. Falls Du einen Zusammenhang zwischen Ernährung und Schüben vermutest, solltest Du einer*n Spezialist*in für Allergologie aufsuchen und die Ergebnisse mit ihr oder ihm besprechen.


Hier kannst Du ein

Neurodermitis-Tagebuch herunterladen
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Identifizieren durch Vermeiden

Wenn Du ein bestimmtes Lebensmittel in Verdacht hast, das bei Dir die Symptome der Neurodermitis auslöst, dann notiere das in Dein Neurodermitis-Tagebuch und besprich es bei Deinem nächsten Arzttermin. Mit Hilfe einer Karenzdiät/Auslassdiät kannst Du dann herausfinden, ob Du ein bestimmtes Nahrungsmittel nicht verträgst. Dabei wird über eine gewisse Zeit auf dieses Nahrungsmittel verzichtet und die Haut dabei sehr genau beobachtet. Die genaue Vorgehensweise solltest Du vorab mit Deinem Arzt oder Deiner Ärztin besprechen.

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Antientzündliche Lebensmittel

Es gibt Nahrungsmittel, die im Körper eine antientzündliche Wirkung haben und unterstützend bei Neurodermitis sein können.

Dazu gehören:


  • Sekundäre Pflanzenstoffe, die in Beeren, vielen zuckerarmen Obst- und Gemüsesorten, wie Brokkoli und Spinat, aber auch in Nüssen und Kräutern stecken.
  • Gewürze, wie Kurkuma, Ingwer und Chilli (in Maßen) enthalten wertvolle ätherische Öle, die eine antientzündliche Wirkung haben.
  • Omega-3-Fettsäuren in pflanzlichen Ölen oder in fettem Fisch (Lachs, Makrele) haben ebenfalls einen antientzündlichen Effekt.

Schon gewusst: Viele entzündungshemmende Antioxidantien stecken in den Randschichten vieler Obst- und Gemüsesorten. Daher am besten möglichst in Bio-Qualität kaufen und die Schale mitessen. So führst Du Dir zusätzlich Ballaststoffe zu, die die Darmgesundheit fördern.

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Zink kann die Hautfunktion unterstützen

Zink ist ein wichtiges Spurenelement, das an einer Vielzahl von Körperfunktionen wie dem Stoffwechsel, der allgemeinen Zellgesundheit und dem Immunsystem beteiligt ist. Ein Mangel kann auch mit einer Beeinträchtigung der Hautfunktionen einhergehen. Daher sollte besonders bei Menschen mit Neurodermitis auf eine ausreichende Zufuhr geachtet werden: Gute Zinklieferanten sind z. B. Rind- und Schweinefleisch, Käse, Milch und Eier. Pflanzliche Zinklieferanten sind Nüsse, z. B. Cashew- und Pekannüsse, Weizen- oder Roggenkeimlinge.

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