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Laura

KW 43, 22.10.

Triggerfaktoren

Was habe ich schon wieder falsch gemacht?

Eine Frage, die wahrscheinlich jeder mit aufblühenden Ekzemen kennt: Die Frage nach dem „warum“. Wieso wird die Haut schon wieder schlimmer, obwohl ich doch schon auf alles achte?

Die ersten Monate nachdem die Neurodermitis wieder schlimmer wurde, habe ich wie verrückt nach Ursachen gesucht. Im Internet liest man alles Mögliche, was eine Neurodermitis verschlimmern kann, aber auch was helfen kann. Von Lebensmitteln, die man besser weglässt oder auf jeden Fall essen sollte. Von dem Stress, der es schlimmer macht und den Allergien, die die Hauptgründe zu seien scheinen.

Liegt es an meiner Ernährung?

Also fing ich an mein Leben zu betrachten. Die erste Auffälligkeit war meine eher ungesunde Ernährung. Brötchen vom Bäcker, chinesische Nudeln am Mittag und abends schnell noch eine Schüssel Müsli. Daraus folgte für mich eine eineinhalb Jahre dauernde glutenfreie Ernährung. Dadurch wurde das Beschaffen von Essen purer Stress und gebracht hat es rein gar nichts.
Auch heute wird mir immer noch von vielen Menschen zu einer glutenfreien, zuckerfreien und vegetarischen Ernährung geraten. Doch was soll ich sagen, für mich ist das nichts. Es würde für mich nur puren Stress bedeuten. Das heißt allerdings nicht, dass es bei anderen nicht doch funktionieren kann. Aber was ich aus den eineinhalb Jahren glutenfreier Ernährung mitgenommen habe ist, dass ich mich gerne ausgewogen ernähren möchte. Anstatt mich auf nur ein paar Lebensmittel zu konzentrieren, esse ich lieber alles Mögliche, damit ich eventuelle Unverträglichkeiten vermeide oder wenigstens klein halte.

Welche Triggerfaktoren gibt es? Welche treffen für mich zu?

Triggerfaktoren gibt es einige weitere. Stress, zu wenig Schlaf, Zigaretten, Pollenallergien, auch zu wenig oder zu viel Hautpflege können die Haut unnötig belasten. Es hat bei mir einige Zeit gedauert, bis ich meine Triggerfaktoren kennengelernt habe.
Ein paar, wie z. B. der Alkohol, Zuckerkonsum und meinen Schlafrhythmus, kann ich beeinflussen. Doch andere Faktoren abzustellen, wie beispielsweise Pollenallergien, liegt nicht in meiner Macht. Ich weiß, dass wenn ich Alkohol trinke, meine Haut sehr schlecht wird, und wenn ich vor dem Schlafen ein Stück Kuchen esse, der Juckreiz in der Nacht stärker wird. Aber was ich gelernt habe ist, dass auch wenn ich alles vermeiden könnte und würde, die Haut trotzdem nicht gesund wird. Denn auch ohne Schub leide ich an Neurodermitis, weil das Immunsystem schließlich immer überaktiv ist. Deswegen sage ich mir immer, dass es nur Triggerfaktoren sind, die die Haut schlechter werden lassen. Ursache ist jedoch immer das überaktive Immunsystem. Das Zusammenspiel aus beiden Komponenten verschlechtert die Ekzeme und den Juckreiz.

Frühlingszeit = Pollenzeit

Es hat lange gedauert, bis ich meinen eigenen Körper genug erforscht hatte, um alle Triggerfaktoren kennenzulernen. Wie bereits gesagt, lassen sich nicht alle Faktoren, wie die Pollen, vermeiden. Allerdings gibt es praktische Pollen-Apps, die einem die sensiblen Zeiten anzeigen können. In diesen Phasen meide ich dann zum Beispiel Wälder und hänge auch nicht die Wäsche zum Trocknen nach draußen. So versuche ich zu verhindern, dass ich unnötig viele Pollen einatme und sie sich in den Fasern der Kleidung festsetzen.

Triggerfaktoren sind nur eine Seite der Medaille

Aber es gibt auch eine andere Seite. Was ich ebenso wichtig finde, wie seine Triggerfaktoren zu kennen, ist zu wissen, was der Haut guttut.
Den Anfang macht bei mir eine gute Hautpflege. Dazu gehören die richtigen Cremes, aber auch die passende Balance bei der Nutzung. So habe ich für meine Haut festgestellt, dass es für sie wichtig ist, die Creme regelmäßig zu wechseln. So kann ich vermeiden, dass sie sich an das jeweilige Produkt gewöhnt und die Wirkung merklich nachlässt. Leider gibt es auch Salben, die selbst zu einem Triggerfaktor werden können.
Aber auch genügend Wasser zu trinken, hat meine Ekzeme ein bisschen verbessert, weil eine „Neurodermitis-Haut“ nicht genügend Wasser speichern kann. Als ich jünger war habe ich teilweise nicht mal einen halben Liter Wasser getrunken. Mittlerweile trinke ich 2,5 bis 3 Liter und ich merke dadurch eine Verbesserung. Ein kleiner Tipp: immer eine Wasserflasche in der Nähe haben, dann vergisst man auch nicht zu trinken. Aber auch erholsame Ruhephasen sind nötig, um zu hohe Belastungen zu vermeiden. Mit einem ausgewogenen Lebensstil ist es auch für meine Haut leichter sich zu erholen.

Ein Tagebuch kann helfen

Es ist wirklich kein leichter Weg alle seine Triggerfaktoren kennenzulernen. Es wird seine Zeit brauchen und wichtig dabei ist, nicht die Geduld zu verlieren. Man wird nicht alle Faktoren auf einmal wahrnehmen. Aber ein Tagebuch zum Zustand der Haut und den äußeren Einflüssen kann dies deutlich vereinfachen. Zusätzlich kann man sich auch eine Liste anfertigen, auf der alle möglichen Triggerfaktoren notiert sind. So kann man diese nacheinander ausschließen oder eine Empfindlichkeit feststellen.
Es gibt auch Triggerfaktoren, die wieder verschwinden oder schlimmer werden. Ein gutes Beispiel dafür sind Allergien. Sie können neu auftreten, verschwinden, stärker werden, aber auch andere Symptome erzeugen.
Hiermit möchte ich vor allem ausdrücken, dass es wichtig ist seinen Körper zu kennen und auf ihn zu hören. Denn meistens macht er sehr schnell deutlich, was er braucht oder auch nicht. Denn jeder Körper reagiert anders und deshalb sollte man sich auch nicht verrückt machen lassen, wenn bei anderen Menschen bestimmte Faktoren katastrophal sind oder auch Wunder bewirken.

Bilder: © Laura Grube

MAT-DE-2003430 v1.0 10/2020

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Was ist Neurodermitis?

Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die meist in Schüben auftritt und sich durch sichtbare Hautveränderungen und starken Juckreiz äußert. Betroffene fühlen sich in vielen Lebensbereichen häufig stark eingeschränkt.

Was sind die genauen Ursachen und Symptome der Neurodermitis (Atopischen Dermatitis) und was können mögliche Auslöser sein?

Juckreiz, Kratzen, Schlaflosigkeit – für Betroffene mit schweren Symptomen dreht sich jeder Tag darum, wie sie ihr Leiden lindern können. Jeder Schub belastet Betroffene auf körperlicher und mentaler Ebene. Beruf und Alltagsleben können oft nur eingeschränkt bewältigt werden. Es ist daher für Betroffene sehr wichtig, persönliche Strategien zum Umgang mit der Erkrankung zu entwickeln.

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