Aylin am Schreibtisch – sie teilt ihre Erfahrungen mit Neurodermitis im Büroalltag
Aylin am Schreibtisch – sie teilt ihre Erfahrungen mit Neurodermitis im Büroalltag
Aylin am Schreibtisch – sie teilt ihre Erfahrungen mit Neurodermitis im Büroalltag
Neurodermitis im Alltag
Zurück

Neurodermitis im Büroalltag: Praktische Tipps

Der Büroalltag mit Neurodermitis kann eine Herausforderung sein: Die trockene Heizungsluft im Winter, die fehlende Klimaanlage im Sommer – beides sind Trigger, die meine Haut sofort spürt. Ebenso können Müdigkeit und Juckreiz die Konzentration stören und herausfordernd sein, zum Beispiel mitten in einer Besprechung, in der es dann heißt: professionell bleiben und versuchen, sich nicht zu kratzen. Zusätzlich können komplexe Aufgaben und schwierige Kundengespräche für Stresssituationen sorgen, die gleichzeitig den Juckreiz fördern. Nicht selten erwische ich mich dabei, wie ich mich während eines Telefonats am Hals oder an den Handgelenken kratze.
Aylin
Name: Aylin
Geboren: 1995
Schreibt über: Bewältigung des Alltags mit Neurodermitis

Neurodermitis im Büroalltag: Praktische Tipps

Aylin
Name: Aylin
Geboren: 1995
Schreibt über: Bewältigung des Alltags mit Neurodermitis
Der Büroalltag mit Neurodermitis kann eine Herausforderung sein: Die trockene Heizungsluft im Winter, die fehlende Klimaanlage im Sommer – beides sind Trigger, die meine Haut sofort spürt. Ebenso können Müdigkeit und Juckreiz die Konzentration stören und herausfordernd sein, zum Beispiel mitten in einer Besprechung, in der es dann heißt: professionell bleiben und versuchen, sich nicht zu kratzen. Zusätzlich können komplexe Aufgaben und schwierige Kundengespräche für Stresssituationen sorgen, die gleichzeitig den Juckreiz fördern. Nicht selten erwische ich mich dabei, wie ich mich während eines Telefonats am Hals oder an den Handgelenken kratze.

Meine Hilfsmittel und Strategien für Neurodermitis im Büroalltag

Inzwischen habe ich für den Büroalltag Strategien und Hilfsmittel gefunden, die es mir trotz Neurodermitis ermöglichen, meine Arbeit wie gewohnt auszuführen. Das wichtigste Stichwort: Hautpflege für das Büro. Ein kleiner Tiegel mit meiner Basispflege darf für mich am Arbeitsplatz nicht fehlen. Bei Bedarf kann ich nachcremen oder juckende Hautstellen mit der Creme beruhigen.

Folgende Aspekte können bei Neurodermitis im Berufsleben ebenfalls eine Rolle spielen:

Müdigkeit: Lange Bildschirmarbeitszeiten machen die Augen müde und können auf Dauer anstrengend sein. Bei Schlafmangel durch Neurodermitis kann ein Tag im Büro sehr ermüdend sein. Insofern versuche ich an diesen Tagen, mehr mit Papier als mit dem Bildschirm zu arbeiten und mehr in den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen zu kommen. Außerdem nutze ich die Mittagspause für einen Spaziergang. Die frische Luft und die Bewegung geben mir neue Energie. Ein weiterer Tipp für müde Augen: Alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf ein Objekt schauen, das mindestens 20 Meter entfernt ist. Den Augen wird so eine kurze Pause vom fokussierten Sehen auf kurze Distanz verschafft und sie können sich einen Moment entspannen.

Raumklima: In Abstimmung mit meinen Kolleginnen und Kollegen öffne ich im Winter morgens das Bürofenster und lüfte den Raum. Außerdem stelle ich die Heizung auf die niedrigste (bis maximal mittlere Stufe), damit die Raumluft durch die Heizung nicht übermäßig trocken wird. Im Sommer versuche ich das Büro durch Rollläden möglichst dunkel zu halten, damit der Raum sich weniger schnell erwärmt. Schwitzen führt bei mir, genau wie die trockene Heizungsluft, zu übermäßigem Juckreiz.

Kleidung: Ich achte darauf, meine Kleidung an die Bürotemperaturen anzupassen, um Schwitzen zu vermeiden.

Regelmäßiges Trinken: Der Körper sowie die Haut profitieren bekanntlich durch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Als visueller Reiz und ständige Erinnerung an das Trinken stelle ich mir gerne ein gefülltes Glas Wasser an den Arbeitsplatz. Das Glas animiert mich zum Trinken und leert sich so fast von selbst. Über den Tag verteilt trinke ich dadurch mehr Wasser als mit einer Trinkflasche.

Mit Kolleginnen und Kollegen sprechen: Eine offene Kommunikation über meine Neurodermitis bei Kolleginnen und Kollegen hat mir geholfen, Verständnis für meine Wünsche und Bedürfnisse am Arbeitsplatz zu bekommen. Fragende Blicke anderer oder Gerede auf dem Büroflur haben so keine Chance.

Prüfungsstress: Im Jahr 2021 habe ich mich für eine berufliche Weiterbildung entschieden und bin drei Jahre lange neben der Arbeit mit meiner Neurodermitis durch viele Prüfungsphasen gegangen. In dieser Zeit hat sich mein Hautzustand sichtbar verschlechtert. Das Lernen und die Prüfungen waren sehr herausfordernd für mich – ich konnte eine direkte Wechselwirkung zwischen Prüfungsstress und Neurodermitis erkennen. Umso wichtiger war es, mir bewusst zu werden, dass ich als Neurodermitis-Betroffene regelmäßiger Lernpausen brauche. Zuerst war es nicht leicht mir einzugestehen, dass ich einzelne Urlaubstage für stressige Phasen benötige oder mir erlaube, dafür Überstunden abzubauen. Im Endeffekt kann dies aber der Schlüssel sein, um die Doppelbelastung möglichst niedrig zu halten. Würde ich nochmal vor der Entscheidung für eine Weiterbildung stehen, würde ich mich für meine Gesundheit entscheiden und eine Stundenreduzierung in Betracht ziehen.
Icon, das Juckreiz an der Hand symbolisiert
Kleiner Aufwand, große Wirkung
„Das wichtigste für mich am Arbeitsplatz? Immer einen kleinen Tiegel meiner Pflegecreme parat haben, so kann ich bei Juckreiz direkt handeln.“
ZurückMAT-DE-2505403-1.0-12/2025
DIESE BEITRÄGE
KÖNNTEN DICH
INTERESSIEREN
Blogübersicht - Mit Neurodermitis als MTRA arbeiten? Wie ich meinen Traumberuf trotz Hauterkrankung ausübe
Neurodermitis im Alltag
Mit Neurodermitis als MTRA arbeiten? Wie ich meinen Traumberuf trotz Hauterkrankung ausübe
Laura arbeitet als Medizinisch-technische Radiologieassistentin – trotz Neurodermitis. Hier teilt sie ihre Tipps und Erfahrungen.
Blogübersicht - Erfahrung: Am Arbeitsplatz mit Neurodermitis und Asthma – Mein Weg zwischen Belastung und Balance
Neurodermitis im Alltag
Erfahrung: Am Arbeitsplatz mit Neurodermitis und Asthma – Mein Weg zwischen Belastung und Balance
Trockene Luft, Staub, Teppichböden: Rainer berichtet, wie er mit verschiedenen Triggerfaktoren im Büro umgeht.