Erfahrung: Am Arbeitsplatz mit Neurodermitis und Asthma – Mein Weg zwischen Belastung und Balance
Ich arbeite Vollzeit in der öffentlichen Verwaltung einer Berliner Universität. Mein Arbeitsplatz: ein Zweier-Büro mit Teppichboden, der zwar irgendwann erneuert wurde, aber schon wieder relativ abgenutzt ist. Die Luft ist oft sehr trocken, draußen fliegen übers Jahr verteilt diverse Pollen, und manchmal denke ich: Meine größte Herausforderung im Büro ist nicht der digitale Papierstapel, sondern das Raumklima.
Ich leide an Neurodermitis und Asthma bronchiale. Dazu kommen Allergien gegen Tierhaare, Gräser und Bäume. Im Alltag mag das nach Kleinigkeiten klingen – doch wer selbst betroffen ist, weiß, wie stark solche Dinge das Wohlbefinden beeinflussen können.
Name: Rainer
Geboren: 1976
Schreibt über: Neurodermitis im Alltag
Erfahrung: Am Arbeitsplatz mit Neurodermitis und Asthma – Mein Weg zwischen Belastung und Balance
Name: Rainer
Geboren: 1976
Schreibt über: Neurodermitis im Alltag
Ich arbeite Vollzeit in der öffentlichen Verwaltung einer Berliner Universität. Mein Arbeitsplatz: ein Zweier-Büro mit Teppichboden, der zwar irgendwann erneuert wurde, aber schon wieder relativ abgenutzt ist. Die Luft ist oft sehr trocken, draußen fliegen übers Jahr verteilt diverse Pollen, und manchmal denke ich: Meine größte Herausforderung im Büro ist nicht der digitale Papierstapel, sondern das Raumklima.
Ich leide an Neurodermitis und Asthma bronchiale. Dazu kommen Allergien gegen Tierhaare, Gräser und Bäume. Im Alltag mag das nach Kleinigkeiten klingen – doch wer selbst betroffen ist, weiß, wie stark solche Dinge das Wohlbefinden beeinflussen können.
Trockene Luft, juckende Haut, Druck auf der Brust
Im Winter spannt meine Haut und beginnt zu jucken, sobald die Heizung läuft. Schon kleine Reize wie trockene Luft, Staub vom Teppich oder Stress können einen Schub auslösen. Dann hilft nur: regelmäßig cremen, bei Luftnot Mittel gegen Asthma inhalieren, kurz raus an die frische Luft.
Mein Asthma hingegen meldet sich vor allem in der Pollenzeit. Wenn draußen Früh- oder Spätblüher unterwegs sind, muss ich besonders aufpassen. Fenster bleiben geschlossen, der Inhalator liegt griffbereit. Zum Glück bringt kaum jemand Tiere mit ins Büro, abgesehen von einer Kollegin, die früher ab und zu ihren Boxer dabeihatte. Solche Tage waren für mich echte Herausforderungen im Berufsalltag mit Neurodermitis und Asthma – trotz des lieben Hundeblicks.
Stress als unsichtbarer Auslöser der Neurodermitis
Meine Erfahrung zeigt, dass Stress am Arbeitsplatz meine Neurodermitis fast genauso stark triggert wie Staub oder Pollen. Wenn die To-do-Liste wächst oder Fristen drücken, merke ich, wie die Haut brennt und die Atmung schwerer fällt.
Früher habe ich das einfach hingenommen. Heute plane ich bewusst Pausen ein, atme tief durch, trinke viel Wasser und versuche, meinen Tag realistisch zu strukturieren. Diese Neurodermitis/Asthma-Zeitplanung im Beruf hat mir geholfen, besser mit den akuten Phasen umzugehen – und sie nicht mehr als persönliches Versagen zu sehen.
Offenheit im Team – statt Schweigen aus Scham
Lange wollte ich meine Erkrankungen aus der Arbeit raushalten. Ich hatte Angst, im Arbeitsteam als zu empfindlich oder als „nicht belastbar“ zu gelten. Doch das Schweigen war anstrengender als die Erkrankungen selbst.
Heute spreche ich offen über meine Situation. Wenn ich erkläre, warum ich regelmäßig lüfte, warum ich bei Pollenflug lieber drinnen bleibe oder Hautpflegemittel auf dem Tisch liegen, reagieren die meisten Kolleginnen und Kollegen verständnisvoll. Und auch mein Vorgesetzter weiß, dass meine Arbeitsleistung am Höhepunkt des Pollenflugs temporär etwas niedriger ausfallen kann. Diese Kommunikation über Neurodermitis und Asthma im Job hat vieles erleichtert – für mich und für mein Umfeld.
Mein Fazit
Arbeiten mit Neurodermitis und Asthma ist kein leichter Weg, aber ein machbarer. Ich habe gelernt, achtsam mit mir selbst umzugehen, Hilfe einzufordern und anzunehmen sowie meine eigenen Grenzen zu akzeptieren.
Mein Arbeitsplatz ist nicht perfekt – wie schon erwähnt, mit trockener Luft, Teppichboden und Staub –, aber mit Routinen, Selbstfürsorge und einem offenen Umgang im Team habe ich gelernt, meinen Berufsalltag mit Neurodermitis und Asthma zu meistern.
Es ist ein täglicher Balanceakt zwischen Belastung und Gelassenheit, aber einer, der mich stärker und bewusster gemacht hat.
Mein Tipp für den Arbeitsalltag
Früher habe ich die Belastungen hingenommen – heute berücksichtige ich die Neurodermitis und das Asthma bei meiner Tagesplanung im Job.
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