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Julia

KW 15, 14.04. (Mittwoch)

Triggerfaktoren

Wenn durch Kleidung die Haut zwickt und juckt

„Ein Kompromiss ist die Lösung eines Konfliktes durch gegenseitige freiwillige Übereinkunft unter beiderseitigem Verzicht auf Teile der jeweils gestellten Forderungen. Die Verhandlungspartner gehen aufeinander zu. Ziel ist ein gemeinsames Ergebnis, auf das sie sich einigen.“ (Quelle: Wikipedia)

Wenn man an einer Krankheit leidet, geht man in vielen Lebenssituationen Kompromisse ein. Der oben genannte `Vertragspartner´ ist in dem Fall immer die Krankheit selbst. Man versucht eine bestmögliche Lösung zu finden, um die Umstände aushaltbar oder gar lebbar zu machen. Im Fall von Neurodermitis kann ein großer Punkt die Kleidungswahl sein. Oder besser gesagt die Wahl der Stoffe, aus denen die Kleidung gemacht wurde. Kompromisse sind auch hierbei oft unerlässlich. Ich erinnere mich daran, dass ich auf der Suche nach einem Kleid für eine Hochzeit war, zu der wir eingeladen waren. Ich habe ein wunderschönes Kleid gefunden, das perfekt saß. Ich musste mich jedoch aufgrund der Beschaffenheit des Stoffs dagegen entscheiden, weil klar war, dass ich darin bei sommerlichen Temperaturen eher schwitze und somit meine Neurodermitis-Stellen wieder blühen würden.

Kompromiss: Das perfekte Kleid mit für mich ungünstigem Stoff gegen ein weniger perfektes Kleid tauschen, das jedoch einen angenehmeren Stoff für meine Haut hat und ich weiß, dass ich danach keine knallroten Stellen haben werde.

Im Winter ist es das gleiche mit Wolle. Ich liebe Wolle. Je nach Art ist sie muckelig weich und hält entsprechend warm. Direkt auf der Haut kann ich sie jedoch nicht tragen, da sie zu Reizungen führt

Kompromiss: Entweder etwas langärmeliges drunter ziehen oder (bspw. nach Tragen meiner Lieblingshandschuhe aus Merinowolle) direkt danach die Haut cremen, um ein Austrocknen zu vermeiden.

Folgend möchte ich euch eine Auswahl an Stoffen auflisten und entsprechend die positiven oder negativen Eigenschaften hinsichtlich Neurodermitis erwähnen:

Baumwolle

Baumwolle ist in ihrer reinen Form eine Naturfaser, die in den meisten ihrer Eigenschaften für Menschen mit Neurodermitis positiv ausfällt. Sie ist luftdurchlässig, robust, nimmt Feuchtigkeit gut auf und ist zudem kostengünstig. Man sollte beim Kauf jedoch darauf achten, welche Fasern ggf. beigemischt wurden und so eine Veredelung unter chemischen Einflüssen stattgefunden hat. Diese können die Haut reizen und zu Irritationen führen.

Polyester

Polyester ist ein synthetischer Stoff, dessen Atmungsaktivität je nach Verarbeitung sehr gering sein kann. Dies ist abhängig von der Beimischung weiterer Stoffarten (z.B. Baumwolle). Dennoch kann es je nach Sitz auf der Haut als angenehm empfunden werden und im Sommer beispielsweise durch ein locker sitzendes Oberteil genügend Luft an die betroffenen Stellen lassen, ohne zu schwitzen. Auch in der Produktion von Sportkleidung ist Polyester ein nicht mehr wegzudenkendes Material. In diesem Bereich gibt es viele verschiedene Arten, die u.a. die Atmungsaktivität der Kleidungsstücke erhöhen, die Feuchtigkeit nach außen transportieren können und somit auch für Menschen mit Neurodermitis geeignet sein können.

Seide

Seide gibt es in verschiedenen Formen. Wenn es glatte Seide ist, ist sie kaum spürbar und sehr angenehm auf der Haut zu tragen. Daher ist sie für Menschen mit Neurodermitis in der Regel sehr zu empfehlen. Hinzu kommt, dass sie angenehm kühlt.

Wolle

Wolle ist für Menschen mit Neurodermitis eher ungeeignet. Zumindest dann, wenn sie direkt auf der Haut aufliegt. Sie reizt die Haut allein schon durch ihre Beschaffenheit, lässt lose kleine Fäden in den aufgekratzten Wunden hängen und wird je nach Wollart von vornherein als kratzig empfunden. Hinzu kommt, dass es sich zwar um ein Naturprodukt handelt, es jedoch von Tieren stammt und somit auch in Verbindung mit einer Tierhaarallergie zu extremer Reizung führen kann.

Leinen

Leinen in glatter Form ist wie Seide gut geeignet. Sofern es jedoch eine grobe Struktur hat, kann es die Haut reizen und unangenehm sein.

Viskose

Viskose ist früher als Kunstseide bezeichnet worden. Hierbei kann man anhand des Namens bereits erkennen, dass es sich auf der einen Seite um die Eigenschaften der reinen (Natur-)Seide handelt, auf der anderen Seite jedoch um die künstliche Herstellung. In der Tat ist es eine Mischung aus beidem. Die chemische Herstellung von Seide aus pflanzlicher Zellulose. Sie ist sehr angenehm auf der Haut zu tragen, da sie locker fällt und luftig sitzt. Es sollte jedoch geschaut werden, ob der Stoff in seiner chemischen Herstellung für den einzelnen Neurodermitiker geeignet ist.

Silbertextilien

Silbertextilien haben sich für Betroffene mit Hautkrankheiten und Menschen mit Neurodermitis im Allgemeinen als gut geeignet erwiesen. Die Silberfaser, die bis zu 25 Prozent anteilig in beispielsweise Seide oder Baumwolle eingewoben wird, tötet durch Kontakt Bakterien, Pilze oder Viren ab, die die Neurodermitis betroffenen Stellen entzünden würden. Neben der antibakteriellen Wirkung verhindern sie Schweißgerüche, sind je nach Art atmungsaktiv und werden als nicht kratzend empfunden.

Silbertextilien haben sich für Betroffene mit Hautkrankheiten und Menschen mit Neurodermitis im Allgemeinen als gut geeignet erwiesen. Die Silberfaser, die bis zu 25 Prozent anteilig in beispielsweise Seide oder Baumwolle eingewoben wird, tötet durch Kontakt Bakterien, Pilze oder Viren ab, die die Neurodermitis betroffenen Stellen entzünden würden. Neben der antibakteriellen Wirkung verhindern sie Schweißgerüche, sind je nach Art atmungsaktiv und werden als nicht kratzend empfunden.

Grundlegend lässt sich sagen, dass glatte und feingewebte Materialien für Neurodermitis geplagte Haut geeignet sind. Grobe und fusselige Stoffe sollten gemieden werden. Kunstfasern können je nach Beschaffenheit geeignet sein, sollten jedoch individuell getestet werden.

Abschließend noch ein Tipp von mir: Kratzige Etiketten und überstehende Fäden können die Haut unangenehm reizen und sollten daher vor allem bei den Textilien, die direkt auf der Haut aufliegen (Unterwäsche, T-Shirts, Hosen), entfernt werden. Bei sehr stark betroffener Haut kann die Kleidung, die direkt auf der Haut aufliegt, auch auf Links getragen werden, sodass die Nähte keinen zusätzlichen Juckreiz hervorrufen.

MAT-DE-2101108 v1.0 (03/2021)

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Was ist Neurodermitis?

Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die meist in Schüben auftritt und sich durch sichtbare Hautveränderungen und starken Juckreiz äußert. Betroffene fühlen sich in vielen Lebensbereichen häufig stark eingeschränkt.

Was sind die genauen Ursachen und Symptome der Neurodermitis (Atopischen Dermatitis) und was können mögliche Auslöser sein?

Juckreiz, Kratzen, Schlaflosigkeit – für Betroffene mit schweren Symptomen dreht sich jeder Tag darum, wie sie ihr Leiden lindern können. Jeder Schub belastet Betroffene auf körperlicher und mentaler Ebene. Beruf und Alltagsleben können oft nur eingeschränkt bewältigt werden. Es ist daher für Betroffene sehr wichtig, persönliche Strategien zum Umgang mit der Erkrankung zu entwickeln.

Neurodermitis kennenlernen.

Wer seine Haut kennt, Routine in der Behandlung und Pflege entwickelt und auf seine persönlichen Bedürfnisse achtet, tut bereits viel dafür, um die Neurodermitis zu kontrollieren. Unsere Lernmodule unterstützen Dich dabei, Dein Leben mit Neurodermitis aktiv zu gestalten.

Behandlungsmöglichkeiten.

Neurodermitis kann heute mit modernen Therapien gezielt behandelt werden. Eine individuelle Behandlung ist oft der erste Schritt hin zu mehr Selbstwertgefühl.

Neurodermitis-Blogger.

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