Neurodermitis ist nicht einfach nur ein Ausschlag auf der Haut

Die Basis für den Umgang mit Neurodermitis ist die individuelle Therapie

Neurodermitis ist eine chronische Erkrankung, die nicht ansteckend ist. Der typische Juckreiz kann für Patienten sehr quälend sein. Der Teufelskreis aus Jucken – Kratzen – Jucken macht den Alltag schwer und beeinflusst den Umgang mit anderen Menschen. Neurodermitis ist noch nicht heilbar, aber es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die den Juckreiz, die sichtbaren Entzündungen der Haut und die Entzündungsvorgänge unter der Haut mindern und lindern können. Die richtige, intensive und individuelle Therapie ist die Basis für eine bessere Lebensqualität. Das Wissen über die Erkrankung, deren Entstehung, Provokationsfaktoren und Behandlung führt zusätzlich zu einem selbstbewussten und situationsangepassten Umgang mit sich selbst und mit Außenstehenden.

 

Was im Umgang mit den psychischen Belastungen der Neurodermitis helfen kann

Auch die Psyche braucht Hilfe

Neurodermitis belastet auch die Psyche. Schübe sind oft unvorhersehbar, führen zu Schlafstörungen und dem ständigen Bemühen, die sichtbaren Ekzeme zu verstecken. Deshalb ist es keine Überraschung, dass sich Menschen mit Neurodermitis mit negativen Gedanken und Gefühlen quälen. Das verursacht psychischen Stress und Stress ist ein bekannter Provokationsfaktor bei Neurodermitis, der wieder zu vermehrtem Juckreiz und Kratzen führen kann und damit letztendlich sogar die Schübe auslösen kann, die Sie eigentlich verhindern möchten. Wie können Sie diesen Kreislauf durchbrechen?

Denken Sie an sich selbst – haben Sie Mitgefühl mit sich selbst

Ein möglicher erster Schritt ist, mehr Mitgefühl mit sich selbst zu haben. Das hat nichts mit Selbstmitleid zu tun. Selbstmitleid verstärkt die negativen Gefühle. Selbstmitgefühl bedeutet, dass Sie sich selbst freundlich, nachsichtig und achtsam behandeln. Sorgen Sie für sich selbst, ohne sich zu beurteilen oder zu kritisieren. Nehmen Sie Ihre Schwächen und Fehler an. Seien Sie gut zu sich selbst. Behandeln Sie sich wie einen guten Freund/eine gute Freundin, der/die die gleichen Probleme hat wie Sie. Was würden Sie ihm/ihr sagen?

Die Forschung hat gezeigt, dass vermehrtes Selbstmitgefühl weniger Selbstkritik, Depressionen und Angst zur Folge haben kann.

Reden Sie mit den Menschen, die Ihnen wichtig sind

Helfen Sie anderen zu verstehen, wie es Ihnen geht

Die Akzeptanz Ihrer Erkrankung durch Freunde und Angehörige hilft Ihnen, im Alltag mit der Neurodermitis umzugehen. Dafür ist es wichtig, dass diese Menschen wissen, was Neurodermitis bedeutet und wie es Ihnen damit geht. Möglicherweise fällt es Ihnen aber schwer, gerade mit Menschen, die Ihnen nahestehen, über Ihre Empfindungen und Belastungen zu sprechen. Vielleicht werden Sie auch von Kollegen oder sogar Fremden auf Ihre Ekzeme angesprochen. Manchmal ist es schwierig, in einer solchen Situation prompt die passende Antwort parat zu haben. Wenn Sie sich vorab Gedanken darüber machen, wie Sie über Ihre Neurodermitis reden möchten, sind Sie in Zukunft besser auf Fragen vorbereitet.

Die richtigen Worte finden.

Nachfolgend finden Sie Beispiele für Fragen, mit denen Sie konfrontiert werden könnten. Wählen Sie eine Frage aus und sehen Sie sich die mögliche Antwort an. Ihre Erfahrungen mit der Neurodermitis sind natürlich sehr persönlich und individuell. Deshalb sollten diese Antworten auch nur als Anhaltspunkte für Ihre persönlichen Antwortmöglichkeiten dienen.


  • Was ist mit Ihrer Haut? Ist das ansteckend?

     

    Nein, es ist nicht ansteckend. Es ist Neurodermitis, eine Erkrankung des Immunsystems, die zu einer dauerhaften Entzündung im Körper führt. Dadurch kommt der Hautausschlag, der manchmal stärker, manchmal schwächer ist. Die Entzündung selbst bleibt.

  • Du hattest jetzt längere Zeit keinen Ausschlag. Bist du wieder gesund?

     

    Neurodermitis ist eine chronische Erkrankung des Immunsystems. Es gibt noch keine Heilung. Mein Immunsystem ist überaktiv und verursacht dauerhaft eine innere Entzündung, auch wenn man auf der Haut nichts sieht. Aber der Ausschlag kann immer wiederkommen.

  • Warum bist du immer müde?

     

    Weil ich zu wenig schlafe. Mein Hautausschlag juckt und tut wirklich weh. Besonders schlimm ist es nachts. Das Jucken hält mich wach. Das juckt sogar, wenn ich keinen Ausschlag habe.

  • Warum kommst du nicht mit mir laufen?

     

    Ich habe Neurodermitis und versuche alles zu vermeiden, was mich ins Schwitzen bringt. Das kann nämlich dazu führen, dass meine Haut stark juckt und schmerzt, typisch für Neurodermitis. Können wir vielleicht stattdessen spazieren gehen?

  • Es ist doch nur ein Hautausschlag.
    Warum können Sie damit nicht arbeiten?

     

    Das ist Neurodermitis, eine Überreaktion meines Immunsystems. Dadurch kommt es zu Entzündungen in meinem ganzen Körper, die diesen juckenden und sehr schmerzhaften Hautausschlag verursachen. Am schlimmsten ist das nachts. Letzte Nacht war es so schlimm, dass ich überhaupt nicht schlafen konnte. Deshalb melde ich mich heute krank.

  • Warum machst Du wegen eines einfachen Hautausschlags soviel Aufhebens?

     

    Das ist Neurodermitis, eine chronische Erkrankung des Immunsystems. Eine Überreaktion, die zu Entzündungen in meinem Körper führt. Die Entzündungen bleiben. Sie verursachen juckende und schmerzende Ausschläge, manchmal stärker, manchmal ist nichts zu sehen. Das ist wirklich sehr schlimm, weil ich immer daran denke, wann es wieder losgeht.