Was ist Neurodermitis?

Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung. Die Haut ist sehr trocken und juckt. Ihre Reaktion: Sie kratzen. Dadurch entstehen häufig entzündete, juckende und auch blutende Ekzeme. So beginnt der bei Neurodermitis typische Teufelskreis aus Jucken und Kratzen. Die sichtbaren Zeichen auf der Haut sind allerdings nur äußerliche Hinweise auf wesentlich komplexere Geschehen unter der Haut.

Auch wenn es so scheint: Neurodermitis ist keine reine Hautkrankheit. Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Jedoch weiß man heute, dass mehrere Faktoren zur Entstehung der Erkrankung und zum Auslösen von Krankheitsschüben beitragen. Überempfindlichkeitsreakionen des Immunsystems, eine gestörte Barrierefunktion der Haut sowie Umweltfaktoren spielen eine wichtige Rolle. Auch wird der Krankheitsentstehung eine gewisse erbliche Veranlagung zugeschrieben.

Das Video zeigt Ihnen, was sich unter der Haut in Ihrem Körper abspielt. Dieses Wissen kann Ihnen helfen, mit den Symptomen besser umzugehen.

Rötung und Hautausschlag sind die äußerlich sichtbaren Symptome bei Neurodermitis. Das eigentliche Krankheitsgeschehen spielt sich unter der Haut ab.

Neurodermitis ist mehr als eine reine Hautkrankheit. Dahinter steckt u.a. eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe wie Pollen, Tierhaare oder Bestandteile von Nahrungsmitteln. Das Immunsystem setzt als Reaktion auf Kontakt mit diesen Stoffen verstärkt entzündungsfördernde Botenstoffe frei, sogenannte Interleukine, die die vermeintlichen gefährlichen Fremdstoffe bekämpfen sollen. So kommt es zu den Entzündungen, die zu den typischen juckenden Hautekzemen führen.

Über Neurodermitis heißt es: „Am Anfang war der Juckreiz".

Kratzen hilft meist nur kurzfristig. Langfristig verschlimmert sich dadurch die Neurodermitis – und der Juckreiz wird immer stärker, ein Teufelskreis beginnt.

Man spricht von einem Juck-Kratz-Kreislauf.

Die Haut besteht aus 3 Schichten.

Die oberste Schicht wird als Epidermis bezeichnet. Ist die Haut gesund, dann bildet die Epidermis eine Hautbarriere aus Hornzellen und Feuchtigkeit, die verhindern, dass Fremdstoffe wie Bakterien, Allergene und andere Schadstoffe eindringen.

Bei Neurodermitis ist diese Barrierefunktion gestört. Die Haut wird durchlässig, trocken und empfindlich.

Kratzen schädigt die Hautzellen zusätzlich, Fremdstoffe können leichter eindringen.

Haben diese Eindringlinge die Hautbarriere durchbrochen, schlägt das Immunsystem Alarm, obwohl es ohnehin schon überaktiv ist.

In der zweiten Hautschicht, der Dermis, befinden sich Lympfknoten, die zum Abwehrsystem des Körpers gehören. Botenstoffe des Immunsystem informieren die sogenannten T Helfer-Zellen in den Lympfknoten. T-Helfer-Zellen haben die Aufgabe, alle Abwehrmechanismen des Immunsystems zu aktivieren.

Die Abwehrmechanismen reagieren mit Entzündung, ein Prozess, der Eindringlinge vernichten soll. Bei Neurodermitis entzündet sich jedoch die Haut. Es kommt zu starkem Juckreiz, Rötungen und Ausschlag.

Normalerweise beruhigt sich das Immunsystem nach der Vernichtung der Eindringlinge wieder. Bei Menschen mit Neurodermitis dauern die entzündlichen Prozesse unter der Haut an, auch wenn man sie nicht sieht.

Der Juckreiz veranlasst zum Kratzen, was die Hautbarriere weiter schwächt. Weitere Fremdkörper können eindringen und das Infektionsrisiko steigt. Der Juck-Kratz-Kreislauf bleibt in Gang.

Es ist ein Anliegen von Sanofi Genzyme und Regeneron, Ressourcen zur Verfügung zu stellen, die die Forschung in Bereichen fördern, in denen eine medizinische Versorgungslücke besteht. Beispiele hierfür sind entzündliche und immunologische Erkrankungen.

Die Ursachen verstehen

Ein immer wieder auftretendes Ekzem ist möglicherweise mehr als eine Erkrankung der Haut. Es könnte sich um Neurodermitis handeln, Mediziner sprechen auch von atopischer Dermatitis.

Bei Neurodermitis handelt es sich um eine häufig auftretende, chronisch entzündliche, nicht ansteckende Hauterkrankung. Wenn Sie unter stark juckenden Ekzemen leiden, die wiederholt auftreten, könnte es sein, dass es sich nicht nur um eine oberflächliche vorübergehende Erkrankung der Haut handelt, sondern um Neurodermitis. Bei Neurodermitis kommt es zu wiederkehrenden schubartigen Symptomen auf der Haut.

Hinter der Erkrankung steckt eine Überreaktion des Immunsystems, weshalb Neurodermitis auch zu den atopischen Erkrankungen zählt. Der Begriff Atopie beschreibt hierbei die Neigung, überempfindlich auf eigentlich harmlose natürliche und künstliche Umweltstoffe zu reagieren.

Das Immunsystem ist das Abwehrsystem des Körpers. Es schützt den Körper vor schädlichen Substanzen und Mikroorganismen. Das können Allergene wie Pollen oder auch Mikroorganismen wie Bakterien, Viren, Pilze oder auch Parasiten sein, die über die Haut, die Atemwege, die Schleimhäute oder den Mund in den Körper gelangen. Sobald das Immunsystem die Eindringlinge erkennt, werden eine Reihe von Abwehrmaßnahmen in Gang gesetzt. Dabei lösen verschiedene Immunzellen und Botenstoffe Entzündungsreaktionen aus, um Eindringlinge zu vernichten und zu entfernen.

Symptome

Bei Neurodermitis können die typischen Symptome, abhängig vom Alter, unterschiedliche Bereiche des Körpers betreffen. Während bei Säuglingen oft der ganze Körper, auch das Gesicht, betroffen ist, zeigen sich die Symptome bei Erwachsenen häufig in den Knie- und Ellbeugen, an Nacken und Händen. Kennzeichnend ist trockene, empfindliche und stark juckende Haut.

Weitere häufige äußerlich sichtbare Symptome sind:

  • Rötung
  • Nässen
  • Schwellung
  • Schuppung
  • Krustenbildung
  • Flächenartig verdickte und grobe Haut (der Fachbegriff lautet Lichenifikation)

Die Symptome treten nicht ständig auf. Es gibt auch Zeiten, in denen die Haut ganz normal aussieht. Dann wiederum kommt es zu Krankheitsschüben. Der Verlauf der Erkrankung ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Einige neigen zu schwerwiegenden und belastenden Symptomen, bei anderen sind diese weniger stark ausgeprägt. Auch die Dauer und die Stärke der Schübe sind individuell unterschiedlich.

Doch die sichtbaren Symptome auf der Haut sind nur ein Teil der Erkrankung. Neurodermitis wirkt sich auch auf die Lebensqualität und die Psyche der Betroffenen aus. So leiden z.B. viele Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis unter Schlafstörungen. Sie können wegen des starken Juckreizes nicht einschlafen und/oder werden ständig davon geweckt.

Einige Neurodermitispatienten leiden nicht nur an dieser Erkrankung, sondern entwickeln im Laufe ihres Lebens weitere atopische Krankheitsbilder wie z.B. Asthma oder Heuschnupfen. Man spricht auch von einem "atopischen Marsch".
Der atopische Marsch beginnt meist mit einer Neurodermitis - meist schon im Säuglingsalter. Die Haut reagiert extrem empflindlich auf Allergene. Im weiteren Verlauf kann sich Asthma entwickeln, d.h. auch die Atemwege sind von einer Überreaktion des Immunsystems betroffen. Frühkindliches Asthma kann im Alter von zwei bis drei Jahren auftreten. Im Jugendlichenalter folgen dann ständiger Schnupfen und tränende Augen - Heuschnupfen. Fachleute sprechen von allergischer Rhinokonjunktivitis. Die Abfolge dieser Erkrankungen kommt bei Menschen mit Neurodermitis häufig vor, aber nicht bei allen.

An der Oberfläche kratzen

Neurodermitis ist eine Überempfindlichkeit des Immunsystems.

Bei Menschen mit Neurodermitis reagiert das Immunsystem auf eigentlich harmlose Stoffe wie Tierhaare, Pollen, Hausstaub oder bestimmte Nahrungsmittel extrem empfindlich. Die Folge sind Entzündungen der Haut oder der Schleimhäute. Die Symptome auf der Hautoberfläche sind nur die sichtbaren Zeichen einer tiefer liegenden entzündlichen Erkrankung.

1. GESCHÄDIGTE BARRIEREFUNKTION DER HAUT. Eindringen von Reizstoffen und Allergenen

Bei Menschen mit Neurodermitis ist die Barrierefunktion der Haut gestört. Die Vernetzung der oberen Hornzellen ist nicht stabil und es fehlt Feuchtigkeit. Dadurch können Allergene und andere Reizstoffe leichter in die Haut eindringen.

2. RÖTUNG

Das Immunsystem reagiert auf die Eindringlinge mit Entzündung, erkennbar an der Rötung der Haut.

3. JUCKREIZ

Gleichzeitig beginnt die Haut an der Stelle der Rötung stark zu jucken.

4. KRATZEN

Als Reaktion auf den Juckreiz wird gekratzt. Dadurch wird die oberste Hautschicht weiter geschädigt und weitere Allergene, aber auch Bakterien und Viren können jetzt eindringen, das Immunsystem reagiert weiter und verstärkt mit Entzündungen.

Der Juck-Kratz-Kreislauf beginnt.