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Laura

06.04.2022

Neurodermitis im Alltag

Was würde ich meinem jüngeren Ich sagen?

Was würde ich meinem jüngeren Ich sagen?

Wir werden alle älter und lernen in der Zeit so viel dazu. Manchmal wünschten wir uns deshalb, wir hätten es eher gewusst oder wir hätten auf einen gut gemeinten Rat gehört.

Ich musste mir früher nicht viele Gedanken machen. Seitdem ich ein halbes Jahr alt war, hatte ich Neurodermitis. Die Neurodermitis war in meiner Kindheit und Jugend nur leicht ausgeprägt, sodass sie mich in der Freizeit, in der Schule, beim Sport oder zum Beispiel beim Schlafen nicht gestört hat. Ich habe mit ihr gelebt und das war okay für mich. Meine Mutter hat viel auf meine Gesundheit geachtet. Dass ich genügend Schlaf habe, dass ich mich gesund ernähre, dass die Süßigkeiten etwas Besonderes bleiben und vor allem, dass ich mir nicht so viel Stress mache.

Dann wurde ich älter und alles was meine Mutter sagte, habe ich nicht mehr so umgesetzt. Ich bin lange heimlich wach geblieben, um zu lesen und Nintendo DS zu spielen. Als ich dann 18 Jahre alt war, konnte ich feiern gehen, lange wach bleiben und einen Termin an den nächsten hängen. Im Nachhinein betrachtet war das zu viel für meine Neurodermitis. Aber da konnte ich die Folgen nicht erahnen. Deshalb wäre es doch super gewesen, einen Brief von meinem älteren Ich zu bekommen.

Und so sehe der Brief an mein achtjähriges Ich aus:

Liebe kleine süße Laura,

hier schreibt Dir Dein Zukunfts-Ich aus dem Jahr 2022 im Alter von 26 Jahren.

Ich weiß, Deine Zeit ist gerade sehr schön, Du hast eine großartige Familie und Freunde. Und soll ich Dir das Beste an diesen beiden Punkten verraten? Sie werden Dich Dein Leben lang begleiten.

Du bist gerade sehr unbekümmert und das soll auch so bleiben. Aber es gibt einen Punkt, über den müssen wir jetzt schon mal reden. Und das ist die Neurodermitis. Ja ich weiß, ist doch gerade nicht so schlimm. Kleiner Schatz, das wird aber leider schlimmer werden. Sei nicht traurig, dass das passieren wird. Denn Du wirst daran wachsen und stärker werden. Du wirst Deinen Körper kennenlernen und Du wirst auf ihn Acht geben. Und damit die Neurodermitis nicht so schlimm wird, schreibe ich Dir hier ein paar Tipps.

Es kommt der Tag, an dem Du 18 wirst und auf einmal den süßen Duft der Freiheit spürst. Du kannst allein Auto fahren und zu jedem Ort hinfahren, wohin Du möchtest. Aber diese Freiheit ist leider auch gefährlich für Deine Haut. Du wirst immer mehr Termine nacheinander haben, ohne eine Pause und Zeit für Dich. Du wirst sagen: „Es macht doch aber so viel Spaß und beim Kellnern mache ich quasi auch Sport!“ Ja, das stimmt, dass es Spaß macht. Aber Dein größter Auslöser für die Neurodermitis ist Stress, egal ob negativ oder positiv. Du solltest Dir bewusst Pausen einplanen. Und es ist überhaupt nicht schlimm mal NEIN zu sagen. Denn Deine Freunde und Familie werden es verstehen. Sport wie Schwimmen oder Karate ist der perfekte Ausgleich für Deinen Alltag. Also plane Dir dafür Zeit ein, denn in dieser kannst Du abschalten und reichlich Glückshormone ausschütten.

Ein weiterer superwichtiger Punkt ist das Eincremen. Und ja, ich weiß Du magst es nicht. Es ist sehr zeitaufwändig und das Gefühl an den Händen findest Du doof. Aber gerade die Basispflege kann einen Schub herauszögern. Und ein kleiner Tipp: Lass Dir in den Apotheken Proben geben. Dann musst Du nicht so viel Geld für Cremes ausgeben, die Du nicht mal magst. Oh und ganz wichtig, Creme mit Urea gehört nicht auf aufflammende Ekzeme oder gar offene Stellen. Das wird nur brennen und nichts bringen. Zink-Salben und Salbei, die der Haut Feuchtigkeit spenden, helfen Dir da mehr.

Es wird so sein, dass viele Menschen Dir einen Rat geben wollen. Sie meinen es nicht böse, sie wollen Dir nur helfen. Die meisten Ratschläge werden dahin gehen, dass Du Deine Ernährung ändern sollst. Und in einer Sache haben Sie Recht, nur Fastfood und Süßes geht gar nicht. Gerade der Zucker in den Süßigkeiten wird Deinen Juckreiz verstärken. Da die Ernährung bei Dir aber nicht der Haupttrigger ist, musst Du auf nichts verzichten. Ernähre Dich einfach abwechslungsreich, dann funktioniert das schon. Bei allen anderen Ratschlägen höre sie Dir gerne an und über lege Dir dann, ob es eine Besserung erzielen würde.

Dein Wissen über Neurodermitis beläuft sich darauf, dass es juckt und nicht schön aussieht. Sammle ein paar mehr Infos, denn es wird Dir Sicherheit geben. Zum Beispiel kann man interessante Gespräche mit guten Hautärztinnen und -ärzten führen. Sie können Deine Sorgen verstehen und Dir gute Tipps geben.

So und eigentlich ist jetzt alles Wichtige gesagt. Bis auf eins: Du bist toll, so wie Du bist. Du musst Dich nicht verbiegen. Und ich weiß, Du hast manchmal Angst, dass die anderen nichts mit Dir zu tun haben wollen, weil Deine Haut doof aussieht. Aber es ist viel wichtiger, dass Du fröhlich, freundlich und offen bleibst. Dann wird alles gut!

Alles Liebe

PS: Pass auf Dich auf, ich hab Dich lieb.

MAT-DE-2200981-1.0-03/2022

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Was ist Neurodermitis?

Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die meist in Schüben auftritt und sich durch sichtbare Hautveränderungen und starken Juckreiz äußert. Betroffene fühlen sich in vielen Lebensbereichen häufig stark eingeschränkt.

Was sind die genauen Ursachen und Symptome der Neurodermitis (atopische Dermatitis) und was können mögliche Auslöser sein?

Juckreiz, Kratzen, Schlaflosigkeit – für Betroffene mit schweren Symptomen dreht sich jeder Tag darum, wie sie ihr Leiden lindern können. Jeder Schub belastet Betroffene auf körperlicher und mentaler Ebene. Beruf und Alltagsleben können oft nur eingeschränkt bewältigt werden. Es ist daher für Betroffene sehr wichtig, persönliche Strategien zum Umgang mit der Erkrankung zu entwickeln.

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Neurodermitis kann heute mit modernen Therapien gezielt behandelt werden. Eine individuelle Behandlung ist oft der erste Schritt hin zu mehr Selbstwertgefühl.

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