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Laura

KW 5, 03.02.2022

Neurodermitis im Alltag

Psychologische Unterstützung bei Neurodermitis

Heute schreibe ich über ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt. Denn auf den ersten Blick denkt man nicht, dass dieses Thema zu Neurodermitis gehört, doch das tut es.

Ich habe die Erkrankung mein Leben lang, ich habe damit gelebt und auch so gut es ging vermieden, mich mit ihr auseinanderzusetzen. Rückblickend ist es aber nicht so leicht gewesen. Besonders in der Pubertät, als meine Mitschülerinnen oder Freundinnen ihren ersten Freund hatten, habe ich mir Gedanken gemacht, wie jemand mich lieben könnte. Denn ich selbst hätte keinen Freund gewählt, der so eine Haut wie ich hatte. Das klingt sehr oberflächlich, aber mit 14/ 15/ 16 Jahren achten viele Mädchen und Jungs in erster Linie auf das Aussehen.

Doch heute ist das anders. Mir ist egal, was andere über meine Haut denken, und ich zeige sie wie sie ist. Mein Freund hat mir gezeigt, dass auch ich mich lieben kann, so wie ich bin. Und wenn es ihm egal ist, wie die Haut aussieht, dann kann es doch auch mir egal sein. Aber trotzdem passiert es immer noch. Ich mache mir Gedanken und schäme mich dann für meine Haut. Mal mehr, mal weniger. Natürlich ist das normal, weil niemand gerne mit Falten, Pickeln, Augenringen oder Ausschlag gesehen werden möchte. Was jedoch nicht normal ist, dass dies auch in Panikattacken ausufern kann. Meine erste Panikattacke habe ich nicht als solche wahrgenommen. Und auch meine Zweite nicht. Aber bei meiner Dritten wusste ich was los war. Meine drei Panikattacken hatten jedes Mal den gleichen Auslöser: Den Blick in den Spiegel. Um diese Panik zu verstehen, muss man wissen, dass ich eine sehr schlimme Zeit hinter mir hatte. In der Zeit hatte ich so schlimm Neurodermitis, dass ich mich nicht bewegen konnte, ohne dass die Haut gerissen ist. Doch zum Glück wurde meine Haut wieder gut und ich hatte meinen Alltag zurück. Doch als ich in den Spiegel geguckt und gesehen habe, dass die Augen wieder mehr geschwollen waren, die Ekzeme über Nacht schlimmer geworden sind und sich neue Stellen gebildet haben, war in meinem Kopf nur noch die Angst, dass es so werden könnte wie früher.

Ich habe angefangen, zu weinen. Ich wurde nervös und ich hatte ein massives Engegefühl. Dann habe ich angefangen, zu hyperventilieren und mein Herz schlug schneller. Da habe ich mich in die Arme meines Freundes fallen lassen. Er hat mich beruhigt und mit mir geatmet. Nach der Panikattacke war der Tag gelaufen, ich war müde und träge. Ich wollte dann nur noch meine Ruhe haben.

Anzeichen einer Panikattacke können sein:

  • Schwindel
  • Herzklopfen
  • Herzrasen
  • Schweißausbruch
  • Zittern
  • Übelkeit
  • Atembeschwerden
  • Beklemmungen
  • Schmerzen in der Brust
  • Hitze oder Kälteschauer
  • Gefühllosigkeit oder Kribbelgefühle

Ich hatte bisher nur diese drei Attacken, aber das hat mir auch gereicht. Doch dazu kommen alltägliche Ängste, wie zum Beispiel: Kann ich mich jemals 100 Prozent akzeptieren? Wird mich mein Freund doch verlassen? Kann ich irgendwann wieder durchschlafen? Muss ich mich wieder Ewigkeiten krankmelden?

Ich habe viele dieser Ängste selbst in den Griff bekommen aber leider nicht alle. Deswegen bin ich auf der Suche nach einem Psychologen. Ich dachte, dafür muss ich nur einen Anruf tätigen, doch leider falsch gedacht. Es gibt wenig freie Plätze und man kann die Psychologen nur zu bestimmten Zeiten erreichen. Und wenn man dann einen Termin bekommen sollte, muss es ja auch menschlich zwischen Patient und Therapeut passen. Dennoch hoffe ich, einen passenden Therapeuten zu finden, der mir hilft, mit meinen Ängsten umzugehen. Ein Bonus wäre dann noch Maßnahmen zu entwickeln, wie ich meinen Stresslevel dauerhaft reduzieren kann, da dies auch einer meiner Haupttrigger für die Neurodermitis ist.

Wer den Entschluss gefasst hat, ein Gespräch mit einer Psychologin bzw. einem Psychologen zu suchen, kann sich am besten bei seiner Hausärztin bzw. bei seinem Hausarzt melden und mit ihr oder ihm darüber sprechen. Sie oder er kennt meistens Psychologinnen und Psychologen in der Nähe und muss eine Überweisung ausstellen. Es kann passieren, dass man lange auf ein Erstgespräch warten muss, da viele Psychologinnen und Psychologen bereits viele Patienten haben. Aber Geduld lohnt sich. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse.

Allgemein raten einige Experten den Betroffenen von Neurodermitis nicht nur einen Dermatologen aufzusuchen, sondern auch einen Psychologen. Die Erkrankung hat nicht nur Einfluss auf die Haut und das Erscheinungsbild, sondern kann sich auch auf die Psyche auswirken, weil sich viele Betroffene schämen, isolieren und einsam fühlen. Ich wusste das lange nicht, deswegen möchte ich darauf aufmerksam machen.

MAT-DE-2200140-1.0-01/2022

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Was ist Neurodermitis?

Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die meist in Schüben auftritt und sich durch sichtbare Hautveränderungen und starken Juckreiz äußert. Betroffene fühlen sich in vielen Lebensbereichen häufig stark eingeschränkt.

Was sind die genauen Ursachen und Symptome der Neurodermitis (atopische Dermatitis) und was können mögliche Auslöser sein?

Juckreiz, Kratzen, Schlaflosigkeit – für Betroffene mit schweren Symptomen dreht sich jeder Tag darum, wie sie ihr Leiden lindern können. Jeder Schub belastet Betroffene auf körperlicher und mentaler Ebene. Beruf und Alltagsleben können oft nur eingeschränkt bewältigt werden. Es ist daher für Betroffene sehr wichtig, persönliche Strategien zum Umgang mit der Erkrankung zu entwickeln.

Neurodermitis kennenlernen

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Behandlungsmöglichkeiten

Neurodermitis kann heute mit modernen Therapien gezielt behandelt werden. Eine individuelle Behandlung ist oft der erste Schritt hin zu mehr Selbstwertgefühl.

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