Umgang mit der Erkrankung

Patrick beschreibt die Odyssee von Arzt zu Arzt für seine Neurodermitis-Behandlung.

Patrick Ladisch
KW 48, 23.11.

Hallo!
Ich bin Patrick Ladisch

Solange ich mich erinnern kann, lebe ich mit Neurodermitis, Asthma und Heuschnupfen.

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Als ich im Sommer 2003 für den Start meiner Ausbildung nach Hamburg gezogen bin, habe ich dies zum Anlass genommen, mich nach einem neuen Arzt für meine Neurodermitis umzusehen.

Die große Enttäuschung: Wieder einmal Cortison

Der erste Gang war zum Hausarzt, um eine Überweisung zu einem Dermatologen zu bekommen. Mein Plan war einen vielleicht etwas besseren Arzt zu finden, der nicht nur eine Creme verschreibt und einen mit Tipps wie „nicht so viel kratzen“ abspeist. Pustekuchen und die erste große Enttäuschung. Mein neuer Hausarzt wollte „das Problem“, wie er es nannte, erst einmal selbst behandeln. Also unabhängig von meiner bisherigen Behandlungsgeschichte.

Es wurde wieder mal nur Cortison-Creme verschrieben. Wunderbar! So hatte ich mir den Neustart in Hamburg nicht vorgestellt. Nur, was will man als Patient machen? Ich war der Meinung des Arztes ja mehr oder weniger hilflos ausgesetzt. Außenstehende können sich diese Art der Frustration und Hilflosigkeit oft gar nicht vorstellen. Wie sollte es also weitergehen? Diese Frage habe ich mir nach meinen Schüben immer mal wieder gestellt. Klar war, dass die Cortison- Cremes keine dauerhafte Lösung sind.

Regelmäßig teuer: Die Extrakosten von Neurodermitis

Nach zwei Jahren suchte ich mir dann einen neuen Hausarzt, der auch in der Lage war, mich an einen Dermatologen zu überweisen. Das war ein Schritt in die richtige Richtung, zumal ich auch recht fix einen ersten Termin bekam. Mein erster Kontakt zu einem Hamburger Hautarzt war positiv. Er wollte meine Krankengeschichte hören, um besser zu verstehen, welche Therapien bereits versucht wurden und wie diese angeschlagen hatten. Ein gutes Gefühl nach all der Zeit. Das Ergebnis war zwar auch eine Creme – allerdings war diese nicht wie üblich cortisonhaltig, sondern enthielt mit Aloe Vera und Kamille auch pflegende und natürliche Inhaltsstoffe.

Leider half diese Creme in kritischen Zeiten auch nicht, sondern war eher eine Art Basispflege. Und natürlich, wie das bei Neurodermitis-Patienten so ist, war diese Pflege sehr teuer und nur in der Apotheke zu beziehen. So hatte ich also eine teure Creme für die alltägliche Pflege, aber noch immer keine Lösung für mein generelles Problem: die Neurodermitis. Die Schübe wurden je nach Jahreszeit und Stresspegel schlimmer. Also schlug ich doch wieder einmal den Weg zur Apotheke ein, um Cortison- Creme zu kaufen – auf eigene Rechnung selbstverständlich. Was da Monat für Monat noch an Extrakosten zu bewerkstelligen war, ist schon eine amtliche Hausnummer.

Für meine Cortison-Versorgung ging ich extra in mehr als vier verschiedene Apotheken, damit ich nicht komisch oder wie ein Junkie angeguckt werde, wenn ich zum x-ten Mal im Monat nach der Creme fragte.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Jahre später hatte ich mich über weitere Therapiemöglichkeiten informiert, welche nicht nur mein Hautleiden lindern, sondern auch die Ursache behandeln sollten. Ich wünschte mir, nach über 30 Jahren endlich eine Chance zu haben, die Schübe kontrollieren zu können. Im Internet fand ich Informationen über verschiedenste Therapien, die zu weniger Juckreiz und weniger Ekzemen verhelfen sollten. Da man aber nicht alles glauben soll, was im Internet steht, vereinbarte ich einen Termin bei meinem Dermatologen. Doch dieser riet mir, bei den speziell angerührten Cremes zu bleiben, anstatt mir eine neue Therapie zu empfehlen.

Durch eine glückliche Fügung wurde ich auf einen Hamburger Dermatologen aufmerksam, der die Patienten zu neuen Therapieansätzen beriet. Ich weiß schon gar nicht mehr, der wievielte Arzt es nun ist. Ich machte also einen Termin und hoffte das Beste. Nach ersten Untersuchungen war klar, dass meine Neurodermitis so gravierend war, dass ich für eine damals neue Therapie infrage kommen würde. Ich war mehr als glücklich. Nach so langer Zeit war es ein echter Lichtblick am Horizont.

Immer dranbleiben!

Was ich jedem und jeder Betroffenen mitgeben kann ist: Lasst euch nicht einschüchtern und recherchiert im Zweifel selbst. Wechselt den Arzt, sucht nach Spezialsprechstunden, fragt andere Betroffene, bleibt dran und versucht euren passenden Arzt zu finden, der nicht bloß die nächste Cortison-Creme verschreibt, sondern zuhört. Erzählt auch, wenn ihr betroffen seid, dass ihr Asthma oder Allergien habt und wie schlimm ein Schub sein kann. Man tendiert irgendwann dazu, es herunterzuspielen, aber seien wir ehrlich, es ist nicht schön. Für mich hat es sich gelohnt dranzubleiben.

MAT-DE-2005017 v1.0 (11/2020)

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