Neurodermitis im Alltag

Es zwickt und juckt – Tagesablauf einer Neurodermitis-Betroffenen

Aylin Walessa
KW 14, 08.04. (Donnerstag)

Hallo!
Ich bin Aylin Walessa

An Neurodermitis leide ich seit dem Abitur. Schon immer sorgen stressige Situationen dafür, dass sich die Ekzeme ausbreiten. In der kalten Jahreszeit ist der Leidensdruck besonders hoch.

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Wenn ich am Abend gefragt werde, wie ich den Tag verbracht habe, lasse ich die alltäglichen Dinge üblicherweise unerwähnt. Dabei hat wohl jeder seine eigene Definition von „alltäglichen Dingen“. Bei mir spielt meine von Neurodermitis betroffene Haut eine große Rolle, denn mein alltägliches Handeln wird dadurch stark beeinflusst.

Ein Tagesablauf, der von meinen entzündlichen Ekzemen geprägt ist, würde in Form eines Tagebucheintrages wohl wie folgt aussehen:

Donnerstag, 01.04.2021 – Liebes Tagebuch,

aaa heute hat mich der Wecker um 05:55 Uhr geweckt. Wie gewöhnlich lag ich zunächst noch einige Minuten im Bett, um mich mit dem Gedanken anzufreunden, einen langen und arbeitsreichen Tag vor mir zu haben. Während meine Gedanken kreisten, stellte ich fest, dass ich meine Augen nur schwer aufbekam. Dass es nicht an der Uhrzeit lag, verriet mir ein Blick in den Spiegel: Meine oberen Augenlider waren geschwollen, rötlich und sehr trocken. Zunächst kühlte ich also meine Augen mit kaltem Wasser. Danach warf ich einen Blick auf die anderen entzündlichen Hautstellen an meinem Körper. Wie sah der Hals heute aus? Sind die Flecken im Gesicht besser geworden? Wie sehen eigentlich meine Arme aus? Eine Verbesserung konnte ich leider nicht feststellen. Ganz im Gegenteil, in den letzten Tagen haben sich die roten Kreise auf den Unterarmen ausgebreitet und ich konnte schon erahnen, wo sich das nächste Ekzem bilden würde. Deshalb griff ich wie jeden Morgen zu einer feuchtigkeitsspenden Creme, um die Haut ein wenig zu beruhigen und den Juckreiz zu lindern.

Danach beschäftigte ich mich mit der Kleidung, die ich heute tragen würde. In letzter Zeit konnte ich nämlich feststellen, dass sich Stoffe mit einem hohen Baumwollanteil besser auf meiner gereizten Haut anfühlten als beispielsweise Polyester. Demnach entschied ich mich für einen dünnen Rollkragenpullover aus Baumwolle und einer Hose, die nicht zu eng an der Haut lag. Der Rollkragenpullover hatte zudem einen guten Nebeneffekt für mich, denn mein roter, fleckiger Hals wurde dadurch verdeckt. Momentan fühle ich mich so einfach wohler.

Nachdem ich ein leichtes Tages-Make-up aufgetragen und meine Haare gekämmt habe, machte ich mich mit dem Auto auf den Weg zur Arbeit. Dabei bemerkte ich bereits ein Kribbeln und Jucken im Schulter- und Armbereich. Ob es wohl daran lag, dass ich die Heizung im Auto zu stark aufgedreht und die Jacke beim Autofahren angelassen habe? Der Juckreiz war zumindest später im Büro erträglicher. Einzig und allein bei schwierigen Kunden-Gesprächen verstärkte sich dieser wieder. Die Aufregung sorgte dafür, dass meine Finger unbewusst über die betroffenen Hautstellen fuhren. Zum Glück habe ich auch auf der Arbeit immer eine Creme griffbereit, die meine Haut für eine kurze Zeit beruhigen kann. Ebenso stand ein Glas Wasser auf meinem Schreibtisch, das mich dazu animierte, mehr zu trinken. So gelang es mir heute, insgesamt drei Liter Wasser zu trinken. Ob sich mein Hautzustand dadurch verbessert, bleibt abzuwarten.

Meine Neurodermitis beschäftigt mich in jedem Lebensbereich

Außerdem will ich meine Ernährung unter die Lupe nehmen und für einige Veränderungen sorgen. Daher machte ich mich nach der Arbeit im Supermarkt auf die Suche nach Ersatzprodukten für Milch, tierische Lebensmittel und Weizen-Produkten. Es überraschte mich sehr, wie viele Alternativ-Produkte am Ende in meinem Einkaufswagen landeten. Zuhause angekommen setzte ich dann die erste Veränderung durch: ein veganes Abendessen. Ich verzichtete sogar auf einen süßen Nachtisch und probierte einen Apfel-Gurken-Saft aus, der mir und meiner Familie erstaunlich gut schmeckte.

Nachdem ich mich erneut eingecremt habe und mit einem guten Buch zur Ruhe gekommen bin, startete ich einen neuen Versuch, zuhause Sport zu treiben. Nach einigen Aufwärm- und Muskelübungen bemerkte ich allerdings, wie die Ekzeme zu kribbeln und brennen begannen. Bei genauer Betrachtung konnte ich, wie schon bei dem letzten Versuch, kleine Quaddeln auf den betroffenen Hautstellen feststellen. Frustration machte sich breit. Kaum vorzustellen, dass ich noch vor wenigen Wochen problemlos ins Fitnessstudio gehen konnte. Das Training war somit für heute beendet und ich entschied mich für eine kühle Dusche.

Nach dem Duschen cremte ich mich erneut ein und bereitete mein Frühstück für den morgigen Arbeitstag vor. Dabei tauschte ich Weizenbrötchen gegen glutenfreie Brötchen aus, verzichtete auf Fleischwurst und sorgte für mehr Obst und Gemüse in meiner Brot-Dose. Den restlichen Abend verbrachte ich mit einem Kräutertee auf dem Sofa und recherchierte nach gesunden Rezepten, die ich gut in meinen Alltag einbinden könnte. Und wie jeden Abend hoffte ich auch heute, dass meine Haut am morgigen Tag ein kleines bisschen besser aussehen würde.

MAT-DE-2100843 v1.0 (02/2021)

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