Erfahrung zur Anwendung von Öl bei Neurodermitis
Pflanzlichen Ölen wird nachgesagt, dass sie reich an ungesättigten Fettsäuren sind und von außen die Hautbarriere stärken, Feuchtigkeit einschließen sowie Juckreiz und Entzündungen lindern können. Dabei gibt es eine Vielzahl von Ölen wie Nachtkerzenöl, Mandelöl oder Borretschöl, die bei Neurodermitis unterstützend wirken können. Einige Öle wie Erdnuss- oder Kokosöl sollten allerdings von Menschen mit Neurodermitis gemieden werden, weil sie das Risiko einer Sensibilisierung erhöhen können.
Aber wie kann eine Anwendung von Ölen bei Neurodermitis aussehen? Das habe ich über einen längeren Zeitraum getestet. In diesem Beitrag teile ich meine Tipps und berichte, welche Effekte ich nach der Ölanwendung auf meiner Haut feststellen konnte.
Name: Aylin
Geboren: 1995
Schreibt über: Bewältigung des Alltags mit Neurodermitis
Erfahrung zur Anwendung von Öl bei Neurodermitis
Name: Aylin
Geboren: 1995
Schreibt über: Bewältigung des Alltags mit Neurodermitis
Pflanzlichen Ölen wird nachgesagt, dass sie reich an ungesättigten Fettsäuren sind und von außen die Hautbarriere stärken, Feuchtigkeit einschließen sowie Juckreiz und Entzündungen lindern können. Dabei gibt es eine Vielzahl von Ölen wie Nachtkerzenöl, Mandelöl oder Borretschöl, die bei Neurodermitis unterstützend wirken können. Einige Öle wie Erdnuss- oder Kokosöl sollten allerdings von Menschen mit Neurodermitis gemieden werden, weil sie das Risiko einer Sensibilisierung erhöhen können.
Aber wie kann eine Anwendung von Ölen bei Neurodermitis aussehen? Das habe ich über einen längeren Zeitraum getestet. In diesem Beitrag teile ich meine Tipps und berichte, welche Effekte ich nach der Ölanwendung auf meiner Haut feststellen konnte.
Mein Weg zum Öl
Vor allem in der Winterzeit habe ich bei der Pflege meiner Neurodermitis immer wieder beobachten können, dass meine trockene Haut ein besonders großes Bedürfnis nach Feuchtigkeit hat. Die Feuchtigkeitscremes, die sonst gut für meine Haut funktioniert haben, wurden in der kalten Jahreszeit von meiner Haut regelrecht „aufgesogen“. Trotz Eincremen blieb eine trockene Hautstelle zurück. Insofern hatte ich das Gefühl, dass meine Haut etwas mehr braucht. Auf der Suche nach weiteren Pflegeprodukten bin ich sodann auf pflanzliche Öle gestoßen.
Meine ersten Erfahrungen habe ich mit dem Nachtkerzenöl gemacht. Zunächst habe ich einmal wöchentlich ein Ölbad-Produkt auf Basis der Nachtkerze verwendet. Das Baden in lauwarmem, nicht zu heißem Wasser, meistens vor dem Schlafengehen, habe ich als sehr wohltuend empfunden. Das Öl hat sich wie ein Mantel um meine Haut gelegt und hinterließ noch nach dem Badevorgang einen angenehmen Fettfilm auf meiner Haut. Der Fettfilm konnte zudem meinen Juckreiz in der Nacht lindern und ließ mich ruhiger schlafen. Leider hielt dieser Effekt nur bis zum nächsten Tag an. Eine sichtbare Veränderung meiner Haut konnte ich nach regelmäßigen Anwendungen nicht feststellen. Da das von mir verwendete Produkt bei einer regelmäßigen Anwendung verhältnismäßig teuer war, wende ich es aktuell nur noch in akuten Phasen an. Dann genieße ich das erholsame Baden und den ruhigen Schlaf aber umso mehr. Neben dem Baden mit natürlichen Ölen wie dem Nachtkerzenöl, gibt es auch Bäder mit ätherischen Ölen. Diese sind bei Neurodermitis aber mit Vorsicht zu genießen, denn sie können die empfindliche Haut reizen und Entzündungen verstärken. Um beim Baden mit dem geruchsneutralen Nachtkerzenöl ein ähnliches Dufterlebnis zu haben, nutze ich ätherische Öle gerne in einer Duftlampe.
Öl als Ergänzung zur Hautpflege bei Neurodermitis
Nachdem ich das Nachtkerzenöl schon zum Baden verwendet und das rückfettende Gefühl auf der Haut als sehr positiv empfunden hatte, wollte ich schauen, ob auch eine direkte Anwendung auf der Haut für mich funktioniert. Daher habe ich das pure Nachtkerzenöl auf sehr trockene Hautstellen, hauptsächlich auf meine Armbeugen, geträufelt und mit den Fingern in die Haut einmassiert. Anders als bei meinen Cremes war die Haut nach der Anwendung des Öls länger befeuchtet. Dadurch waren Bewegungen der Armbeuge weniger schmerzhaft, denn die spannende, eingerissene Haut blieb für einen längeren Zeitraum geschmeidiger. Auch am Hals empfand ich das Öl als sehr angenehm, da es sich bei Winterspaziergängen unter einem Schal wie ein langanhaltender Schutz anfühlte. In akuten Phasen konnte das Öl meine Haut gut beruhigen und die roten Stellen abklingen lassen. Schlussendlich ist das Nachtkerzenöl ein fester Bestandteil meiner Hautpflege geworden, welchen ich besonders in der kalten Jahreszeit nicht missen möchte.
Im Übrigen empfiehlt sich bei der Anwendung des Öls, es direkt nach dem Duschen oder Baden aufzutragen. Solange die Haut noch leicht feucht ist, kann das Öl besser einziehen und die Feuchtigkeit „versiegeln“.
Ähnliche Erfahrungen habe ich auch mit Kokosöl gemacht. Da Kokosöl bei Raumtemperaturen jedoch eine feste Konsistenz hat und vor jeder Anwendung geschmolzen werden muss, war das Nachtkerzenöl für mich praktischer.
Einnahme von Öl bei Neurodermitis
Pflanzliche Öle können auch durch Einnahme von innen, zum Beispiel in Form von Kapseln, positive Effekte haben. Schwarzkümmelöl enthält beispielsweise ungesättigte Fettsäuren, die unter anderem entzündungshemmend wirken und zur Zellerneuerung der Haut beitragen können. Ich habe die Einnahme von Schwarzkümmelöl-Kapseln über mehrere Monate ausprobiert. Zwar konnte ich in Bezug auf meine Neurodermitis keine Verbesserung feststellen, dafür hat sich die Einnahme jedoch positiv auf meine Akne, mein Immunsystem und meine Verdauung ausgewirkt.
Mein Fazit
Pflanzliche Öle in die Pflegeroutine bei Neurodermitis zu integrieren, kann eine wertvolle Ergänzung sein. Meine persönlichen Erfahrungen mit Neurodermitis haben mir gezeigt, dass die Anwendung von Nachtkerzenöl einen deutlichen Mehrwert bei Juckreizlinderung und Schlafförderung bieten kann. Öle ersetzen aber nicht die Notwendigkeit einer umfassenden und auf die jeweilige Situation angepassten Basispflege und Behandlung der Neurodermitis. Und es gilt: Ob die Anwendung von Ölen eine gute Ergänzung sein kann, ist sehr individuell. Wenn Du es ausprobieren möchtest, kann ich ein langsames Herantasten an ein pflanzliches Öl und eine Rücksprache mit dem Dermatologen oder der Dermatologin empfehlen. So können eventuelle Hautunverträglichkeiten oder -irritationen vermieden werden.
Vor allem im Winter, wenn meine Haut eine intensivere Pflege braucht, möchte ich nicht mehr auf die Anwendung von Ölen verzichten.
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