Ich nutze KI zwar auch gelegentlich im Alltag, aber gerade, wenn es um meine Neurodermitis geht, habe ich mittlerweile meine verlässlichen Quellen und Informationsmaterialen, auf die ich zurückgreife. Aus meinem persönlichen Umfeld weiß ich, dass gerade bei Jugendlichen die Nutzung von KI-Chatbots für jegliche Fragen im Alltag, der Gesundheit und eben auch möglichen Erkrankungen völlig selbstverständlich ist.
Ich möchte Euch daher ein fiktives Beispiel geben, um zu veranschaulichen, was bei einer unreflektierten KI-Suche passieren könnte:
Lisa ist 17. Sie hat seit ein paar Wochen trockene Stellen am Hals, die auch noch jucken und gerötet sind. In der Schule trägt sie daher seit neustem Rollkragenpullover oder einen Schal. Was aber eigentlich nur bewirkt, dass es noch mehr juckt. Am Wochenende ist die Party ihrer besten Freundin, bei der alle aus ihrer Klasse sein werden und wofür sie sich extra ein neues Outfit gekauft hat. Wie soll das denn jetzt mit diesem Ausschlag aussehen! Mit ihren Eltern hatte sie gestern erst Streit, weil sie wegen ihres Heuschnupfens nicht mit ihnen im Garten essen wollte. Also wird sie ihnen erst recht nichts von diesem Jucken und dem Hautausschlag erzählen. Eigentlich will sie niemandem davon erzählen, weil es echt übel aussieht und teilweise blutet, sie schämt sich dafür. Lisa setzt sich auf ihr Bett und macht mit ihrem Handy ein Foto von den geröteten Stellen an ihrem Hals. Dann lädt sie das Foto im Chatbot hoch mit der Frage: „Was ist das?“ Der Chatbot spricht Lisa sein Mitgefühl aus und liefert ihr mehrere mögliche Ursachen und Auslöser. Sie überfliegt sie und bleibt beim letzten Punkt hängen: Hautkrebs?! Panik macht sich in ihr breit. Sie sucht weiter und fragt den Chatbot: „Was passiert, wenn ich Hautkrebs habe?“ Nach 10 Minuten weiterer Recherche ist sie völlig aufgelöst, verzweifelt und weint in ihr Kissen. Finde den Fehler … Die KI ist KEIN ARZT!
Lisa hat Neurodermitis. Ihr Heuschnupfen ist eine sogenannte
atopische Begleiterkrankung. Die Beschwerden lassen sich meist gut behandeln – durch passende Pflege, medizinische Begleitung und das Vermeiden individueller Trigger.
Die KI spuckt vielleicht Infos aus, aber sie kann keinen geschulten ärztlichen Blick auf die Haut werfen, keine Laboruntersuchungen durchführen oder Medikamente verschreiben. Gerade bei Neurodermitis spielen die Hautbarriere, individuelle Auslöser, Pflegeprodukte, Umweltfaktoren und der gesamte Körper eine wichtige Rolle. Es ist sehr wichtig, dass Lisa mit ihren Eltern über ihre Sorgen spricht und dass sie einen Termin bei einem Dermatologen oder einer Dermatologin ausmachen, um eine fachlich korrekte Diagnose zu erhalten. Nur so kann die Hauterkrankung behandelt und langfristig begleitet werden.
Auch wenn die KI inzwischen für die meisten bei Einschätzungen und Fragen die erste Wahl ist: Achte darauf, WIE Du sie mit Informationen fütterst und nutzt und hinterfrage die Ergebnisse kritisch! Nachfolgend möchte ich Dir ein paar Tipps geben.