Ein Bild repräsentiert die Angstbewältigung durch Psychotherapie bei Neurodermitis
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Neurodermitis im Alltag
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Angstbewältigung durch Psychotherapie bei Neurodermitis: Was sich bei Laura verändert hat

Neurodermitis begleitet mich als chronische Erkrankung täglich. Die Krankheit belastete auch meine Psyche. Ich suchte Hilfe in der Psychotherapie. In Teil zwei meines Erfahrungsberichtes erzähle ich, wie mir die Therapie half, mein Leben wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Laura
Name: Laura
Geboren: 1995
Schreibt über: Den Alltag mit Neurodermitis

Angstbewältigung durch Psychotherapie bei Neurodermitis: Was sich bei Laura verändert hat

Laura
Name: Laura
Geboren: 1995
Schreibt über: Den Alltag mit Neurodermitis
Neurodermitis begleitet mich als chronische Erkrankung täglich. Die Krankheit belastete auch meine Psyche. Ich suchte Hilfe in der Psychotherapie. In Teil zwei meines Erfahrungsberichtes erzähle ich, wie mir die Therapie half, mein Leben wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Die Panikattacke, die alles veränderte

Ich habe immer noch nicht zum Telefon gegriffen, um einen Therapieplatz zu suchen.
Warum sollte ich das auch tun? Mir geht es doch gut. Das habe ich mir immer und immer wieder gesagt. Mir geht es gut, ich habe schon lange keine Panikattacke mehr gehabt. Und meine Haut sieht auch nicht mehr so schlimm aus. Doch das stimmte nicht ganz, denn zu diesem Zeitpunkt führte ich weiterhin ein sehr stressiges Leben und verdrängte die Neurodermitis und den damit zusätzlichen mentalen Stress. Eines Morgens – auf dem Parkplatz vor der Arbeit – kam es dann zu einer extremen Panikattacke. Das war neu für mich. Sonst sind die Panikattacken immer nur zu Hause aufgetreten. Nach der Panikattacke wischte ich mir die Tränen aus dem Gesicht, trank einen Schluck Wasser und dehnte mich. Dann stieg ich aus dem Auto, denn ich musste zur Arbeit. Ich fühlte mich müde und erschöpft, aber ich redete mir ein, dass die Arbeit mich ablenken würde. Auf dem Fußweg begegnete ich einem Arbeitskollegen. Er fragte, ob alles in Ordnung sei, denn ich würde müde aussehen. Ich sagte, dass alles in Ordnung sei. In der Umkleide traf ich meine Lieblingsarbeitskollegin, und ich fing direkt an zu weinen. Sie verstand mich und sagte, ich gehöre nicht auf die Arbeit. Ich folgte ihrem Rat und fuhr wieder nach Hause. Zu Hause schlief ich schnell ein. Als ich aufwachte, war mir klar, was ich tun musste. Ich griff zum Telefon und wählte die Nummer.

Wie ich endlich den Mut fand, Hilfe zu suchen

Mein bester Freund ist Psychotherapeut in Ausbildung. Er hat mir den Tipp gegeben, mich bei einem Ausbildungsinstitut für Psychotherapeut*innen in Ausbildung nach einem Termin zu erkundigen. Dort arbeiten viele Psychotherapeut*innen, die sich noch in Ausbildung befinden. Das heißt, sie haben einen Masterabschluss in Psychologie und haben bereits mindestens eineinhalb Jahre praktische Erfahrung in Kliniken gesammelt. Während der Ausbildung benötigen sie Klient*innen, um Erfahrung zu sammeln und den Abschluss zu erlangen. Nach der Ausbildung sind sie Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Während der Zeit erhalten sie Unterstützung in sogenannten Supervisionen, in denen sie ihre Fälle besprechen können. Für mich war das eine gute Idee, denn in meiner Gegend gibt es ein Zentrum, und so konnte ich sehr schnell einen Termin für mein Erstgespräch für eine Psychotherapie bekommen.

Mein erster Termin in der Psychotherapie

Nach einem Monat war es so weit: Ich hatte meinen ersten Termin. Vorab musste ich einen Fragebogen ausfüllen und zum Termin mitbringen. Die wichtigste Frage darin war: „Was erwarten Sie von der Therapie?“ Diese Frage konnte ich leicht beantworten: Ich wollte keine Panikattacken mehr, eine echte Akzeptanz meiner Neurodermitis-Erkrankung und ein deutlich stressfreieres Leben. Ich wünschte mir, nach der Therapie wieder Ruhe zu spüren. Der Termin dauerte 60 Minuten. Ich erhielt eine Diagnose und es wurde beurteilt, ob mein Fall für einen Psychotherapeutenbeziehungsweise eine Psychotherapeutin in Ausbildung geeignet war. Und das war ich. Nun hieß es warten auf die erste richtige Therapiestunde. Ich musste noch weitere vier Monate Geduld üben, dann war es endlich soweit und ich lernte meine Psychologin kennen. Einer der Gründe, warum ich so schnell einen Platz bekommen habe, war, dass ich bei den Terminen flexibel war und es mir egal war, ob ich von einem Mann oder einer Frau therapiert werde. Es gab zwei Therapieverfahren, die zu meiner Diagnose passen würden: Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie oder Verhaltenstherapie.

Warum Zeit und Verständnis so wichtig sind

Meine Termine sollten einmal pro Woche morgens für eine Stunde stattfinden.
Anfang des Jahres hatte ich meine Arbeitsstelle gewechselt. Das war mein Glück, denn so konnte ich meine Facharzttermine ohne Minusstunden wahrnehmen. Zusätzlich kann ich Nacht- und Spätdienste so planen, dass ich die Therapie ohne Probleme wahrnehmen kann.
Für mich ist es eine riesige Erleichterung, dass ich nun einen Arbeitgeber habe, der hinter mir steht.

Der Beginn meiner Therapie – Schritt für Schritt zu mehr Akzeptanz

Die ersten Stunden dienten vor allem dem Kennenlernen, denn für eine Therapie ist es sehr wichtig, sich öffnen zu können. Ich hatte Glück, denn ich komme mit meiner Psychologin sehr gut zurecht und die Therapie ist dadurch sehr angenehm. Nach den ersten zwölf Stunden habe ich eine Langzeittherapie begonnen. Diese umfasst weitere 52 Stunden. Jede Stunde sieht anders aus. Wir bearbeiten immer die Themen, die mich beschäftigen. Ich lernte zum Beispiel Ruheübungen durch Atemübungen. Besonders die Wahrnehmung meines Stresslevels war für mich am Anfang eine große Herausforderung. Am meisten überrascht mich, wie viel ich über meine Gefühle und Gedanken gelernt habe. Es ist schwer zu beschreiben, wie Psychotherapie funktioniert. Bei einem gebrochenen Bein bekommt man einen Gips, durch das Ruhigstellen können die Knochen wieder zusammenwachsen. Das Ganze dauert ungefähr sechs Wochen. Es kann sich aber auch um einen komplizierten Bruch handeln oder das Gelenk kann Probleme bereiten, dann dauert die Behandlung länger oder muss angepasst werden. Bei der Psychotherapie ist es ähnlich. Man versucht verschiedene Techniken und Gespräche, um das Ziel zu erreichen. Bei mir sind das Atem- und Gedankenübungen. Diese wiederhole ich dann zu Hause. In den Sitzungen werden immer wieder neue Denkanstöße gegeben und Themen, Gedanken und Gefühle besprochen, die mir bei der Krankheitsbewältigung und den Belastungen helfen. Ziel beider Therapien ist jedoch Eins: eine höhere Lebensqualität.

Ein Jahr später: Was sich durch die Therapie verändert hat

Zum aktuellen Zeitpunkt bin ich seit etwas mehr als einem Jahr in Therapie. Es wird auch noch eine Weile dauern, bis sie beendet ist. Das ist für mich in Ordnung, denn ich merke, wie gut mir die Therapie tut. Ich konnte bereits einige Therapieziele erreichen, was ein wunderbares Gefühl ist.
Hände die Selbstfürsorge symbolisieren
Niemand muss das allein schaffen!
Manchmal ist der wichtigste Schritt, sich einzugestehen, dass man Unterstützung braucht – und sie auch anzunehmen.
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