Wie wird Neurodermitis behandelt?

Neurodermitis ist eine individuell sehr unterschiedlich ausgeprägte Erkrankung. Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad Ihrer Erkrankung und muss in enger Zusammenarbeit mit Ihrem Arzt abgestimmt werden, um das für Sie optimale Behandlungsergebnis zu erreichen.

Neurodermitis – das individuelle Behandlungskonzept

Ihr Arzt ist der Experte, wenn es um die medizinische Behandlung geht, aber Sie sind der Experte, wenn es um Sie geht. Es gibt keine Standardtherapie für alle Neurodermitis-Patienten. Jeder Patient muss individuell behandelt werden. Berichten Sie Ihrem Arzt, wie Sie Ihre Krankheit erleben, dann können Sie mit ihm zusammen das beste Konzept für Ihre Behandlung finden. So werden Sie das Gefühl haben, Ihre Neurodermitis besser im Griff zu haben. Eine gute Kommunikation mit Ihrem Arzt kann sich sogar positiv auf Ihre Gesundheit auswirken. Dafür ist eine gute Vorbereitung auf Ihr Arztgespräch sehr hilfreich.

Hilfreiche Tipps für die Vorbereitung auf Ihr Gespräch mit Ihrem Arzt:

Seien Sie offen und ehrlich. Auch wenn Sie sich anfangs ein wenig unwohl dabei fühlen, sagen Sie Ihrem Arzt, was für Sie persönlich wichtig ist. Nur so kann er die aus medizinischer Sicht beste Behandlung für Sie finden.

Dokumentieren Sie Ihre Schübe. Schreiben Sie auf, wie viele Schübe Sie zwischen den Arztterminen hatten, wie stark sie waren und was sie möglicherweise ausgelöst hat.

Bereiten Sie sich auf Arzttermine vor. Am besten, Sie notieren sich vor jedem Arzttermin genau, welche Themen Sie mit dem Arzt besprechen möchten und was auch für Ihren Arzt wichtig sein könnte.

Fragen Sie nach. Für Ihren Arzt und den Erfolg Ihrer Therapie ist es wichtig, dass Sie jeden Schritt der Behandlung und jede Erläuterung des Arztes verstehen. Machen Sie sich deshalb vorher einen Plan. Nehmen Sie sich für die Vorbereitung Zeit und notieren Sie alles, was Ihnen zu den nachstehenden Themen einfällt. Am besten, Sie nehmen Ihre Notizen dann zum nächsten Gespräch mit Ihrem Arzt mit.

Nachfolgend finden Sie ein paar Vorschläge für Informationen, die für Ihren Arzt wichtig sein können und Beispiele für Fragen, die Sie stellen können. So sind Sie gut für Ihren nächsten Arzttermin gewappnet.

Es ist sogar wissenschaftlich belegt, dass Neurodermitis-Patienten, die gut über ihre Krankheit und ihre Behandlung informiert sind, ihre Lebensqualität als besser empfinden.

Was Sie Ihrem Arzt mitteilen können:
  • Ihre gesundheitlichen Ziele
  • Ob Sie seit dem letzten Termin etwas neues, wie z.B. eine Creme oder eine alternativmedizinische Methode ausprobiert haben
  • Häufigkeit und Schweregrad von Schüben und deren Auswirkungen auf Ihren Alltag
Fragen, die Sie stellenkönnen:
  • Was verursacht Neurodermitis?
  • Was kann ich aus medizinischer Sicht tun, um meine Neurodermitis besser in den Griff zu bekommen?
  • Wie kann ich Hautinfektionen vorbeugen?

Neurodermitis ist keine reine Hautkrankheit. Patienten fühlen sich durch die Erkrankung in ihrem alltäglichen Leben beeinträchtigt.

Was Sie Ihrem Arzt mitteilen können:
  • Symptome, die Sie aktuell belasten
  • Wie häufig diese Symptome auftreten
  • Wie Sie aktuell mit den Symptomen umgehen
  • Änderungen bei Ihren Symptomen
Fragen, die Sie stellen können:
  • Wie gehen andere Patienten mit den psychischen Aspekten des Lebens mit Neurodermitis um?
  • Welche Veränderungen in meinem Umfeld können dazu beitragen, dass es mir besser geht?
  • Sind meine aktuellen Hautpflegegewohnheiten für mich optimal?

Neurodermitis hat große Auswirkungen auf die Lebensqualität der Betroffenen.

Was Sie Ihrem Arzt mitteilen können:
  • Ob Sie sich wegen Ihrer Neurodermitis niedergeschlagen oder deprimiert fühlen
  • Konkrete Beispiele, in welchen Situationen und wie die Neurodermitis Ihren Alltag beeinträchtigt
  • Alles, was Sie tun, um die Auswirkungen der Neurodermitis auf Ihr Leben in den Griff zu bekommen
Fragen, die Sie stellenkönnen:
  • Welche Hilfsangebote vor Ort gibt es? Gibt es beispielsweise Selbsthilfegruppen, denen ich mich anschließen kann?
  • Haben viele Menschen mit Neurodermitis ähnliche Gefühle wie ich?
  • Was kann ich verändern, um meine Neurodermitis besser in den Griff zu bekommen?

Neurodermitis – individuelle Wege zur Verbesserung

Neurodermitis ist eine sehr individuelle Erkrankung. Deshalb gibt es auch nicht nur eine mögliche Therapie der Neurodermitis. Die Behandlung besteht aus verschiedenen Bausteinen, die Sie mit Ihrem Arzt besprechen sollten, um das für Sie geeignete Therapiekonzept gemeinsam zu finden

Das ist das A und O der Behandlung. Vermutlich wissen Sie bereits, was bei Ihnen Schübe auslöst, die Symptome verstärkt. Sind es Gewebe – meistens Wolle -, Waschmittel, Lebensmittel, Tierhaare, Hausstaubmilben oder andere? Wenn Sie den Faktor oder die Faktoren kennen, dann versuchen Sie als erstes, konsequent den Kontakt damit zu vermeiden.

Bei Neurodermitis ist die Haut sehr trocken. Deshalb benötigt sie besonders viel Feuchtigkeit. Cremen Sie sich täglich mit feuchtigkeitsspendenden und rückfettenden Pflegeprodukten ein, die frei von Konservierungs- und Duftstoffen sind. Die Pflege sollte sich an Ihrem aktuellen Hautzustand orientieren, d. h. fette Salbengrundlagen auf trockener Haut und Feuchtigkeitscremes bei weniger trockener Haut. Zur Reinigung Ihrer Haut verwenden Sie am besten pH-neutrale Produkte.

Der Juckreiz ist für Neurodermitis-Patienten ein quälendes Problem. Er setzt den Teufelskreis aus Jucken – Kratzen – Entzündung – Kratzen –Jucken in Gang. Linderung verschaffen feuchte Umschläge oder Umschläge, die mit schwarzem Tee getränkt sind.

1. Leichte bis mittelschwere Entzündungen
Leichte bis mittelschwere Entzündungen werden in der Regel mit antientzündlichen Kortisonsalben behandelt. Kortison wirkt entzündungshemmend und wird vor allem bei akuten Schüben angewendet. Aufgrund ihrer Nebenwirkungen sollte Kortison nur kurzfristig verwendet werden. Außerdem sind kortisonhaltige Präparate nicht für alle Hautareale (z. B. Gesicht, Genitalbereich) geeignet. An diesen Stellen sollten daher eher mit Calcineurin-Hemmern behandelt werden. Auch diese Cremes wirken antientzündlich.

2. Andauernd schwere und ausgeprägte Entzündungen
Zur Behandlung von andauernd schweren und ausgeprägten Ekzemen werden systemische Arzneimittel eingesetzt. Diese wirken nicht lokal an den entzündeten Stellen, sondern im gesamten Körper. Sie bekämpfen die Entzündung und dämpfen das überreagierende körpereigene Abwehrsystem. Dazu zählen Glukokortikosteroide (Kortison), Ciclosporin und sogenannte Biologika. Kortison wird bei schweren Schüben kurzfristig in Form von Tabletten eingenommen. Ciclosporin kann, Studien zufolge, bei mehrwöchiger Therapie die Entzündungsreaktion des Immunsystems stoppen und damit einen deutlichen Rückgang der entzündlichen Hautveränderungen bewirken. Biologika greifen zielgerichtet in das Immunsystem ein, um die Signalwege der Entzündung zu hemmen. So können die Ursachen der Neurodermitis behandelt werden.

Welche Behandlung und welche Medikamente für Sie am besten sind, besprechen Sie mit Ihrem Arzt. Er klärt sie auch über die Nebenwirkungen auf und weiß, was Ihnen wirklich helfen kann.

Studien belegen, dass geschulte Neurodermitis-Patienten weniger Hautsymptome haben und weniger unter Juckreiz leiden. Ihre Lebensqualität ist besser, weil sie gelernt haben, selbständig und situationsangepasst zu reagieren. In Patientenschulungen erhalten Sie wichtige Informationen über die Ursachen Ihrer Erkrankung. Welche Auslöser gibt es? Was kann man über die Ernährung erreichen? Wie funktioniert die Basistherapie und welche Therapiemöglichkeiten gibt es noch? Geschulte und informierte Neurodermitis-Patienten kennen die Möglichkeiten und erlernen Strategien im Umgang mit Neurodermitis im Alltag. Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Krankenkasse nach Kontaktadressen für Patientenschulungen. Manchmal bieten auch Volkshochschulen derartige Kurse an.

Das raten Experten

Je schwerer der Krankheits­grad der Neurodermitis, desto größer ist meist die psychische Belastung.

Kleine Umstellungen im Alltag, wie die richtige Ernährung, weniger Stress und vieles mehr können helfen, das Leben mit Neurodermitis zu meistern.

Das raten Experten

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